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Risiko Zeckenstich

Vor der Urlaubsreise an die FSME-Impfung denken!


Sommerzeit ist Urlaubszeit: Wer jetzt seine Urlaubsreise plant, sollte sich unbedingt informieren, ob das Reiseziel in einem FSME-Risikogebiet für die von Zecken übertragene FSME-Erkrankung (Frühsommer-Meningo-Encephalitis) liegt. Denn gegen eine FSME-Erkrankung, die zu schweren Komplikationen bis hin zu bleibenden Lähmungen führen kann, gibt es einen wirksamen Schutz: die FSME-Impfung. Darauf haben heute Experten vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt, von der Universität Göttingen und vom Gesundheitsamt der Region Hannover hingewiesen und über die FSME-Erkrankung, ihre Verbreitung und Vorsorgemaßnahmen, mit deren Hilfe man sich vor Zeckenstichen schützen kann, informiert.

Ein hohes Risiko, sich bei einem Zeckenstich mit FSME zu infizieren, gibt es in Süddeutschland, aber auch in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas. In Niedersachsen ist weiterhin kein FSME-Risikogebiet ausgewiesen.

„Wir beobachten seit Jahren sehr genau die Verbreitung der FSME in Niedersachsen" sagte Dr. Masyar Monazahian, Virologe am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt. „Seit 2002 sind uns 18 Fälle bekannt, bei denen die Infektion vermutlich in Niedersachsen erfolgt ist, neun davon in den Jahren 2016 und 2017. Eine mögliche Infektion mit dem FSME-Virus in Niedersachsen ist damit zwar nicht völlig auszuschließen, aber immer noch sehr unwahrscheinlich."

Für bestimmte Risikogruppen, also solche Personen die sich beruflich oder in ihrer Freizeit häufig in der freien Natur aufhalten und einer besonders intensiven Zeckenexposition ausgesetzt sind, kann nach einer individuellen Risikobewertung auch in Niedersachsen eine FSME-Impfung sinnvoll sein.

Wer an der FSME erkrankt, merkt dies nicht unbedingt: Bei einem großen Teil der Infizierten verläuft die Erkrankung sehr milde und ähnelt eher einer Sommergrippe. In 20 bis 30 % aller Fälle kommt es nach einem symptomfreien Intervall aber zu starken Krankheitssymptomen verbunden mit hohem Fieber.

„Dann kann es zu einer Hirnhautentzündung, einer Gehirnentzündung oder einer Entzündung des Rückenmarks kommen. Auch bleibende Schäden wie Lähmungen können nicht ausgeschlossen werden", sagte Prof. Dr. Dr. Helmut Eiffert von der Universitätsmedizin Göttingen. „Es gibt keine spezifischen antiviralen Arzneimittel, mit denen sich eine FSME-Erkrankung behandeln lässt. Aus diesem Grund kommt der Impfung eine besondere Bedeutung zu."

Den wirksamsten Schutz gegen eine FSME-Infektion bietet die Impfung. Gerade Kinder sollten den nötigen Impfschutz erhalten, da sie durch ihr altersbedingtes Verhalten in der freien Natur in starkem Maße den Zecken und ihren Stichen ausgesetzt sind.

„Um einen sicheren Schutz zu erreichen, sind mindestens zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen notwendig", sagte Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover. „Deshalb sollte man unbedingt rechtzeitig vor Beginn der Urlaubsreise an die Impfung denken und sich ärztlich beraten lassen."

Nach zwei Impfungen besteht ein Schutz, der allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Um den Impfschutz zu komplettieren, ist eine dritte Impfung notwendig, die fünf bis zwölf bzw. neun bis zwölf Monate nach der zweiten Impfung fällig ist. Der Impfschutz hält dann mindestens drei Jahre. Bei Reisen in FSME-Risikogebiete in Deutschland werden die Impfkosten in der Regel von den Krankenkassen getragen. Bei Reisen in FSME-Risikogebiete im europäischen Ausland müssen die Kosten für eine Schutzimpfung von den Reisenden selbst getragen werden. Einige Krankenkassen erstatten jedoch den Betrag bei Vorlage der ärztlichen Rechnung.

Neben der Impfung gibt es weitere Vorsorgemaßnahmen, um sich vor Zeckenstichen zu schützen.

  • Insbesondere beim Durchstreifen des Unterholzes sollte möglichst den Körper bedeckende helle Kleidung (auf der man Zecken gut erkennen kann) und festes Schuhwerk getragen werden.
  • Zeckenabweisende Hautschutzmittel sollten eingesetzt werden, bieten aber keinen 100%-igen Schutz vor Zeckenstichen.
  • Kinder sollten nach dem Spielen in Wald und Wiese gründlich abgesucht werden. Das gilt natürlich auch für Erwachsene, wenn sie sich in entsprechender Umgebung aufgehalten haben. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen. Deshalb sollte an den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Schritt gründlich nach Zecken gesucht werden.
  • Auch bei Spaziergängen mitgeführte Tiere sollten immer kontrolliert werden, da umherwandernde und noch nicht angesaugte Zecken bei engem Kontakt auf den Menschen übergehen können.

Und wenn man eine Zecke findet, die bereits zugestochen hat, gilt immer: Zecken möglichst schnell entfernen, da sie auch andere Krankheiten übertragen können, gegen die man sich nicht impfen lassen kann, wie die Borreliose. Die Entfernung der Zecke kann mit den Fingerspitzen oder einem Hilfsmittel wie einer Pinzette oder einem anderen geeigneten Zeckenentferner (z. B. Zeckenkarte, -zange, -schlinge) geschehen. Dabei sollte die Zecke dicht an der Hautstelle, an der sie sich festgesaugt hat, gefasst und dann vorsichtig herausgezogen werden, ohne die Zecke zu zerquetschen. Anschließend sollte die Stichstelle möglichst desinfiziert werden.

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