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FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

(Stand März 2018)


Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) weist darauf hin, dass in Niedersachsen weiterhin keine FSME-Risikogebiete ausgewiesen sind. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO am Robert Koch-Institut) gibt es für Niedersachsen keine allgemeine Empfehlung für die FSME-Impfung.

In den letzten Jahren hat es auch in Niedersachsen einzelne FSME-Meldefälle gegeben, bei denen die Infektion vermutlich in Niedersachsen stattgefunden hat. Weitere Hinweise auf ein Vorkommen des FSME-Virus in Niedersachsen geben eine Studie des Landesgesundheitsamtes bei niedersächsischen Forstbediensteten und schließlich sporadische FSME-Virus Nachweise in verschiedenen Zeckenpopulationen. Eine mögliche Infektion mit dem FSME-Virus in Niedersachsen ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht völlig auszuschließen. Ein regional gewichtetes FSME-Risiko lässt sich aus den vorliegenden Informationen zurzeit nicht ableiten.

Für bestimmte Risikogruppen, also solche Personen die sich beruflich oder in ihrer Freizeit häufig in der freien Natur aufhalten und einer besonders intensiven Zeckenexposition ausgesetzt sind, kann nach einer individuellen Risikobewertung auch in Niedersachsen eine FSME-Impfung sinnvoll sein.

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Allgemeine Informationen zu Zecken (u. a. für Kindergemeinschaftseinrichtungen) finden Sie hier auf unserer Internetseite.
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Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung. Sie wird durch Zeckenstiche besonders während der warmen Jahreszeit übertragen. Der einzige Überträger in Deutschland ist der "Gemeine Holzbock". Diese Zecken halten sich in Sträuchern, dicht stehenden Gräsern sowie im Unterholz auf.
Die FSME - Erreger befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecken und können beim Stich umgehend auf den Menschen übertragen werden. Nach einer Infektion mit FSME – Viren können entzündliche Erkrankungen der Hirnhäute, des Gehirns und des Rückenmarkes auftreten, die vor allem wegen der schweren, bleibenden Lähmungen gefürchtet sind. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer schweren Erkrankung. Der sicherste Schutz vor einer Infektion ist eine Impfung.

Weitere Informationen: Faltblatt "Risiko Zeckenstich: FSME"


Fragen und Antworten zu FSME

Was ist FSME?
FSME ist eine meldepflichtige Viruserkrankung und die Abkürzung steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis.

Wie wird FSME übertragen?
FSME wird durch Viren hervorgerufen, die durch Zeckenstiche besonders während der warmen Jahreszeit übertragen werden können. Der einzige Überträger in Deutschland ist die Zecke Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock). Eine Infektion von Mensch zu Mensch gibt es nicht.

Übertragen Zecken auch andere Erkrankungen?
Neben der FSME können Zecken auch die Borreliose übertragen. Borrelientragende Zecken kommen in allen Teilen Deutschlands vor und es kommt bei einem Stich sehr viel häufiger zu einer Infektion.
(Siehe auch: Borreliose – Erkrankung nach Zeckenstich)

Wo findet man Zecken?
Zecken kommen in allen Gegenden Europas bis zu einer Höhe von ca. 1800 m in der Natur vor (Wald, Buschwerk, Wiesen, auch in Gärten und innerstädtischen Parks).

Wann ist die Gefahr für Zeckenstiche besonders hoch?
Die eigentliche „Zeckensaison“ betrifft die Monate März bis Oktober. Zecken werden bereits bei Temperaturen ab 8 °C aktiv.

Wo kommt FMSE vor?
FSME-Viren treten in vielen Regionen Mittel- und Osteuropas auf (siehe Karte unten). In Deutschland sind insbesondere Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Regionen in Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und im Saarland betroffen. In Europa treten FSME-Infektionen neben Österreich, Ungarn und der Schweiz vor allem in Tschechien, in Teilen von Polen, in den Ländern des Baltikums sowie in den Küsten- und Seengebieten von Schweden, Finnland und Norwegen auf. Besonders betroffen ist die Insel Gotland sowie die zwischen Schweden und Finnland liegende Inselgruppe der Åland-Inseln (Mariehamn).

In den letzten Jahren hat es auch in Niedersachsen einzelne FSME-Meldefälle gegeben, bei denen die Infektion vermutlich in Niedersachsen stattgefunden hat. Weitere Hinweise auf ein Vorkommen des FSME-Virus in Niedersachsen geben eine Studie des Landesgesundheitsamtes bei niedersächsischen Forstbediensteten und schließlich sporadische FSME-Virus Nachweise in verschiedenen Zeckenpopulationen. Eine mögliche Infektion mit dem FSME-Virus in Niedersachsen ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht völlig auszuschließen. Ein regional gewichtetes FSME-Risiko lässt sich aus den vorliegenden Informationen zurzeit nicht ableiten.

Weitere Informationen zur FSME-Verbreitung und zu den Risikogebieten finden Sie auf den Internetseiten des Robert-Koch-Institutes.

Wie hoch ist das Infektionsrisiko in FSME-Risikogebieten?
In FSME-Risikogebieten liegt das Infektionsrisiko bei ca. 1:500 Zeckenstichen.

Kommt es bei jedem Stich einer infizierten Zecke zu Krankheitssymptomen?
Der Stich einer infizierten Zecke führt nicht in jedem Fall zu einer Infektion. Nach erfolgter Infektion treten bei rund 30% der Infizierten Krankheitserscheinungen auf.

Wie schnell kann es nach dem Stich einer infizierten Zecke zu einer Infektion kommen?
FSME-Erreger befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecken und können daher beim Stich von infizierten Zecken umgehend auf den Menschen übertragen werden. Die Krankheit tritt nach einer erfolgten Infektion gewöhnlich nach 7-14 Tagen auf, in Einzelfällen kann es auch bis zu 28 Tage dauern, bis Symptome auftreten.

Wer kann sich infizieren?
Tiere und Menschen.

Wie kann man sich vor einer FSME-Infektion schützen?
Zeckenstiche sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Bei Wanderungen durch hohes Gras oder Sträucher sollte möglichst viel Körperoberfläche bedeckt sein. Die Anwendung von Repellents bietet nur einen zeitlich begrenzten Schutz. Im Gegensatz zu der Infektion mit Borrelien gelangen die FSME-Viren bereits beim Beginn des Blutsaugens von der Zecke auf den Menschen. Das für die Borreliosevermeidung so wichtige Absuchen des Körpers nach Zecken sowie das schnelle Entfernen der saugenden Zecke bietet zur Verhütung der FSME-Infektion nur wenig Schutz.
Wichtig ist daher, bei Reisen in europäische Feriengebiete sich rechtzeitig zu informieren, ob es sich um FSME-Gebiete handelt. Die rechzeitige Durchführung einer FSME-Impfung ist in solchen Fällen der beste Schutz vor einer FSME-Infektion.

Gibt es in Niedersachsen FSME-Risikogebiete?
In Niedersachsen gibt es derzeit keine Landkreise und kreisfreien Städte, die vom Robert Koch-Institut (RKI) als FSME-Risikogebiet eingstuft sind. Daher gibt es für Niedersachsen entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim RKI keine allgemeine Impfempfehlung.

Was ist bei Reisen in Risikogebiete zu beachten?
Für Personen, die in Risikogebieten wohnen, arbeiten oder beabsichtigen, in solche zu reisen, und dort mit Zecken in Kontakt kommen könnten, z.B. bei Spaziergängen in Wäldern oder hohem Gras, sollten sich rechtzeitig gegen FSME impfen lassen. Die Grundimmunisierung erfolgt durch drei voneinander getrennten Impfungen. Bei weiterhin bestehendem Risiko sollte der Impfschutz dann alle drei Jahre aufgefrischt werden.

Zu welchem Krankheitsbild führt eine Infektion?
Die Krankheit verläuft in zwei Phasen: Zunächst kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden mit mäßigem Fieber (in der Regel nicht über 38°C), Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl. Nach einem fieberfreien Intervall von etwa einer Woche können bei 10% der Erkrankten entzündliche Erkrankungen der Hirnhäute, des Gehirns und des Rückenmarkes auftreten, die sich durch Fieber, Erbrechen und Bewusstseinstörungen auszeichnen. Diese Krankheitsbilder sind vor allem wegen der schweren, bleibenden Lähmungen gefürchtet. Bei Kindern überwiegen leichte Krankheitsverläufe. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer schweren Erkrankung.
Häufig kommt es jedoch auch nach schweren Verläufen zur völligen Heilung.

Kann die Erkrankung zum Tode führen?
Es wird geschätzt, dass bei 10% der Infizierten entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) auftreten. Von diesen versterben 1-2%, also hochgerechnet 1 bis 2 Personen pro 1000 Infizierte.

Wie kann man die Erkrankung behandeln?
Die FSME kann nicht ursächlich behandelt werden. Lediglich die Symptome können gelindert werden, z.B. durch Fieber- und Schmerzmittel. Spätschäden lassen sich dadurch nicht verhindern.

Wie wird eine FSME-Infektion nachgewiesen?
Diagnostische Methode der Wahl ist der Nachweis von FSME-Virus-spezifischen IgM- und IgG-Antikörpern im Blut oder Hirnwasser (Liquor).

Kann man sich gegen FSME impfen lassen?
Der sicherste Schutz vor einer FSME-Infektion ist eine Impfung. Es ist daher wichtig, sich vor Reisen in deutsche Ferienziele oder europäische Länder zu informieren, ob es sich hierbei um FSME-Gebiete handelt. Sicherer Schutz vor Erkrankung ist erst nach drei zeitlich voneinander getrennten Impfungen zu erwarten. Nach einer Erstimpfung erfolgt zwei bis zwölf Wochen später eine Zweitimpfung. Die dritte Impfung gibt es neun bis zwölf Monate nach der zweiten. Bei weiterhin bestehendem Risiko sollte der Impfschutz dann alle 3 bis 5 Jahre aufgefrischt werden.
Alternativ für Eilige kann die Impfung bereits 7 und 21 Tage nach der Erstimpfung wiederholt werden. Eine Auffrischung sollte dann nach einem und drei bis fünf Jahren erfolgen. Insofern ist es von großer Bedeutung, Reisen in bekannte FSME-Gebiete rechtzeitig zu planen.

Wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch Institut (STIKO) empfiehlt die Impfung für Personen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten und dort durch ihr Verhalten in Beruf oder Freizeit vermehrt Zecken ausgesetzt sind ( Karte der Risikogebiete: Robert Koch-Institut). Neben der vom Robert Koch-Institut erstellten Karte der Risikogebiete kursieren "FSME-Karten" anderer Urheber, in der deutlich mehr Landkreise eingefärbt sind. Dabei handelt es sich aber um Landkreise, in denen die Hinweise für ein erhöhtes Risiko nicht oder nicht in ausreichender Weise vorliegen, so dass dort gemäß STIKO keine FSME-Impfung empfohlen wird.

Für bestimmte Risikogruppen, also solche Personen die sich beruflich oder in ihrer Freizeit häufig in der freien Natur aufhalten und einer besonders intensiven Zeckenexposition ausgesetzt sind, kann nach einer individuellen Risikobewertung auch in Niedersachsen eine FSME-Impfung sinnvoll sein.

Wird die Impfung von den Krankenkassen übernommen?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für Personen, die in Risikogebieten leben. Bei beruflicher Exposition ist der Arbeitgeber für die Kostenerstattung zuständig. Bei Urlaubsreisen sind die Kassen nicht verpflichtet, die Impfungen zu bezahlen. Privatkassen entscheiden frei über die Kostenübernahme.



Zecke
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Masyar Monazahian / Dr. Sylvia Olbrich

Nds. Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 4-6
30449 Hannover

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