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Humane Papillomviren (HPV)

Erkrankung
Papillomviren sind kleine, unbehüllte DNA-Viren, die weltweit verbreitet sind. Bislang konnten über 200 HPV-Typen vollständig beschrieben werden. Insbesondere die HPV-Typen 16, 18, 31, 33,35, 39, 45, 51,52, 56, 58, 59 sind wegen ihrer krebserzeugenden Wirkung gefürchtet.

Die Übertragung von HPV erfolgt überwiegend beim Geschlechtsverkehr, aber auch durch Hautkontakte, verunreinigte Gegenstände und auch bei der Geburt. Über 70% aller sexuell aktiven Frauen und Männer durchlaufen mindestens einmal im Leben eine Infektion. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 18. und 24. Lebensjahr. In vielen Fällen führt die Infektion mit HPV nicht direkt zu einer Erkrankung, sondern es kommt zu Veränderungen der Haut und Schleimhaut insbesondere im Anal- und Genitalbereich. Diese Veränderungen können sich zu Krebsvorstufen weiterentwickeln, und führen unbehandelt zu Krebserkrankungen der betroffenen Organe. Besonders hervorzuheben ist der Gebärmutterhalskrebs, an dem in Deutschland jährlich ca. 4 500 Frauen erkranken und es versterben ca. 1500 Frauen daran. Darüber hinaus verursachen die Viren sowohl Haut- als auch Genitalwarzen.

Impfung
In Deutschland ist seit April 2016 neben Cervarix® und Gardasil® der neunvalente HPV-Impfstoff Gardasil®9 zugelassen. Seit August 2017 sind auf dem deutschen Markt nur noch der zweivalente Impfstoff Cervarix® und der neunvalente HPV-Impfstoff Gardasil®9 verfügbar. Beide Impfstoffe können zur aktiven Immunisierung verwendet werden. Eine begonnene Impfserie sollte möglichst mit dem gleichen HPV-Impfstoff vervollständigt werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung seit 2007 für Mädchen und seit Juni 2018 auch für Jungen im Alter von 9-14 Jahren. Eine versäumte Impfung sollte bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. Für die Anzahl der notwendigen Impfstoffdosen sowie den empfohlenen Impfabstand verweist die STIKO auch auf die entsprechenden Angaben in den Fachinformationen.
Da der hauptsächliche Übertragungsweg für HPV-Infektionen am Gebärmutterhals Sexualkontakte sind, sollte die Impfserie vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Die Impfung kann möglicherweise auch nach Aufnahme sexueller Aktivitäten noch sinnvoll sein. Hierzu sollte Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht sicher beantwortet werden. Aktuell durchgeführte Analysen zeigen keine Hinweise für ein Nachlassen der Schutzwirkung durch die Impfung.

Die zur Verfügung stehenden Impfstoffe schützen jedoch nicht gegen alle möglicherweise krebsauslösenden HPV-Typen. Deshalb sollten die Krebsvorsorgeuntersuchungen unverändert in Anspruch genommen werden.

Nach der HPV-Impfung kann es gelegentlich zu Beschwerden an der Injektionsstelle und zu Fieber kommen, auch Juckreiz und Blutungen an der Injektionsstelle werden angegeben. Aktuelle Informationen zum Spektrum der Nebenwirkungen sind auch auf der Homepage des PEI abrufbar:www.pei.de.

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Stand: Juli 2018


Humane Papillomaviren
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Heike-Susanne Dräger-Hoppe

Nds. Landesgesundheitsamt
Impfen/ Reisemedizinische Sprechstunde
Roesebeckstr.4-6
30449 Hannover
Tel: 0511-4505-0

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