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Epidemiologisches Krebsregister Niedersachsen (EKN)

Das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN) wurde vom Land Niedersachsen eingerichtet, um alle Krebsneuerkrankungen und Krebssterbefälle in Niedersachsen zu erfassen und auszuwerten. Diese bevölkerungsbezogene (= epidemiologische) Krebsregistrierung unterstützt mit ihren Daten unter anderem

  • die Beobachtung von örtlichen und zeitlichen Trendentwicklungen bei Krebserkrankungen,
  • die Gesundheitsplanung und epidemiologische sowie die klinische Forschung einschließlich der Ursachenforschung,
  • die Qualitätssicherung der onkologischen Versorgung.

Struktur und Aufgaben des EKN sind im Gesetz über das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen festgelegt. Die Fachaufsicht obliegt dem Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Das EKN besteht aus zwei Arbeitseinheiten, die auf Grund datenschutzrechtlicher Vorgaben räumlich, personell und organisatorisch voneinander getrennt sind:


Die Vertrauensstelle ist unter ärztlicher Leitung im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt in Hannover (NLGA) eingerichtet. Sie erfasst und bearbeitet die Meldungen und leitet sie verschlüsselt (pseudonymisiert) an die Registerstelle weiter. Die Vertrauensstelle ist Ansprechpartnerin für alle Betroffenen und Meldenden, die Fragen in Zusammenhang mit Meldungen bzw. zum Meldeverfahren haben. Hier finden Sie auch:
  • Informationen und Materialien zum Meldeverfahren
  • Informationen zur Datennutzung /Studienanfragen
  • Informationen bei Verdacht auf regionale Krebshäufungen

Die Registerstelle befindet sich in der Offis Care GmbH in Oldenburg und arbeitet ausschließlich mit pseudonymisierten Meldungen. Die zentralen Aufgaben bestehen in der Erfassung, Ergänzung und Verdichtung der Informationen, der dauerhaften Speicherung von Daten sowie der Erstellung systematischer, wissenschaftlich fundierter Auswertungen. Zu ausgewählten Diagnosen werden hier Sonderauswertungen erarbeitet. Hier finden Sie auch:

  • Daten zur Krebshäufigkeit
  • Jahresberichte und Veröffentlichungen
  • Projekte

Am 1.12.2017 wurde als weiteres Landeskrebsregister neben dem EKN das Klinische Krebsregister Niedersachsen (KKN) gegründet. Als selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts erfüllt das KKN die Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) für Niedersachsen und hat zur Aufgabe, Daten zur Diagnose, zur Behandlung und zum Verlauf von Krebserkrankungen zu erfassen, auszuwerten und an die Leistungserbringer zurückzumelden. Seit dem 01.Juli 2018 arbeitet das KKN im Echtbetrieb.

Damit gilt für Ärztinnen, Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte neben der Meldepflicht an das EKN auch eine an das KKN. Diese beiden Register betreiben eine gemeinsame Datenannahmestelle mit einem elektronischen Melderportal, so dass mit der Meldung an das KKN im Regelfall auch die Meldepflicht für das EKN erfüllt ist. Daher muss nur eine Meldung übermittelt werden, die dann entsprechend der Zuständigkeit beider Register weiterverarbeitet wird. Die Meldungen können entweder per Schnittstelle oder per Einzeleingabe über das Melderportal übermittelt werden.

Die meisten bösartigen Neubildungen sowie die gutartigen Hirntumoren werden von beiden Krebsregistern erfasst. Ausnahmen bilden die Hauttumoren mit den ICD-Nummern C44 und D04, Tumoren unsicheren oder unbekannten Verhaltens mit den ICD-Nummern D37 – 48 sowie Tumoren bei Betroffenen im Alter von unter 18 Jahren. Die Meldungen zu solchen Tumoren werden nur vom EKN verarbeitet.

Die Registrierung als Melderin bzw. Melder für das gemeinsame Melderportal von KKN und EKN ist über das KKN möglich. Ärztinnen, Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte werden gebeten, sich dort zu registrieren. Das EKN darf aus juristischen Gründen die bisher vorliegenden Melderdaten nicht an das KKN übermitteln. Die neuen Anmeldedaten gelten dann für beide Krebsregister.

Solange für Sie als Meldende noch keine Freischaltung für das Meldeportal erfolgt ist, können die Meldungen auch weiterhin direkt an das EKN übermittelt werden. Meldungen zu Meldeanlässen im II. Quartal 2018 müssen im Verlauf des III. Quartals 2018 in jedem Fall noch auf den bisherigen Meldewegen an das EKN gemeldet werden. Alle bisher über ONkeyLINE Meldenden wurden über die Veränderungen in der Krebsregistrierung informiert.

Für alle Meldungen an das KKN/EKN über das neue Melderportal gilt, dass die Information der Betroffenen entsprechend den neuen gesetzlichen Vorgaben für die Krebsregistrierung erfolgen muss. Dafür steht ein neuer Flyer zur Patienteninformation auf der Homepage des KKN und auch hier auf der Seite des EKN zur Verfügung.

Eine Neufassung des Handbuches für Meldende wird derzeit erarbeitet.

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