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Welchen Inhalt hat eine Meldung an das EKN?

Um wissenschaftlich-epidemiologische Auswertungen durchführen zu können, wird ein bestimmter Datensatz von allen Erkrankten benötigt. Dieser Mindestdatensatz stellt die Pflichtmeldung dar und ist auf den Meldebögen mit Sternchen gekennzeichnet. Mit der Definition eines solchen Mindestdatensatzes soll es den Meldpflichtigen ermöglicht werden, die Meldung auf die minimal erforderlichen Daten zu begrenzen. Für Forschungsprojekte und Clusteranalysen sind darüber hinaus jedoch weitere Angaben, z. B. zu Risikofaktoren, Tätigkeitsanamnese, Staatsangehörigkeit oder früheren Tumorerkrankungen von Interesse. Liegen diese Angaben vor, dürfen sie von den Meldepflichtigen im Rahmen der Meldeberechtigung ebenfalls an das Krebsregister übermittelt werden.

Die Meldepflicht umfasst (Mindestdatensatz):
  1. Personendaten der oder des Betroffenen (Namen, Geschlecht, Anschrift, Geburtsdatum)
  2. Angaben zum Primärtumor (Monat und Jahr der ersten Tumordiagnose, Diagnose, Histologischer Befund, Lokalisation/erkranktes Organ, Erkrankungsstadium, Diagnosemethode)
  3. Melderangaben (Name, Anschrift, Einrichtung, Datum der Meldung)
  4. im Fall einer von der oder dem Meldepflichtigen veranlassten histopathologischen, zytologischen oder molekularpathologischen Befundung den Namen und die Anschrift der durchführenden Einrichtung,
  5. bei Meldungen durch eine Ärztin oder einen Arzt, die oder der eine histopathologische, zytologische oder molekularpathologische Befundung vorgenommen hat, den Namen und die Anschrift der Veranlasserin oder des Veranlassers der Untersuchung,
  6. die Mitteilung über einen Widerspruch,
  7. die Mitteilung über eine auf Grund des Gesundheitszustandes unterbliebene Unterrichtung von Betroffenen,
  8. von verstorbenen Personen Sterbemonat und Sterbejahr sowie die Todesursache
  9. Die Meldung darf weitere Angaben wie z. B. zur Therapie, zum Verlauf der Erkrankung oder zu Risikofaktoren enthalten.

Am 1.12.2017 wurde als weiteres Landeskrebsregister neben dem EKN das Klinische Krebsregister Niedersachsen (KKN) gegründet. Als selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts erfüllt das KKN die Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG) für Niedersachsen und hat zur Aufgabe, Daten zur Diagnose, zur Behandlung und zum Verlauf von Krebserkrankungen zu erfassen, auszuwerten und an die Leistungserbringer zurückzumelden. Seit dem 01.Juli 2018 arbeitet das KKN im Echtbetrieb.
Damit gilt für Ärztinnen, Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte neben der Meldepflicht an das EKN auch eine an das KKN. Diese beiden Register betreiben eine gemeinsame Datenannahmestelle mit einem elektronischen Melderportal, so dass mit der Meldung an das KKN im Regelfall auch die Meldepflicht für das EKN erfüllt ist. Daher muss nur eine Meldung übermittelt werden, die dann entsprechend der Zuständigkeit beider Register weiterverarbeitet wird. Die Meldungen können entweder per Schnittstelle oder per Einzeleingabe über das Melderportal übermittelt werden.

Die meisten bösartigen Neubildungen sowie die gutartigen Hirntumoren werden von beiden Krebsregistern erfasst. Ausnahmen bilden die Hauttumoren mit den ICD-Nummern C44 und D04, Tumoren unsicheren oder unbekannten Verhaltens mit den ICD-Nummern D37 - 48 sowie Tumoren bei Betroffenen im Alter von unter 18 Jahren. Die Meldungen zu solchen Tumoren werden nur vom EKN verarbeitet.

Die Registrierung als Melderin bzw. Melder für das gemeinsame Melderportal von KKN und EKN ist über das KKN möglich. Ärztinnen, Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte werden gebeten, sich dort zu registrieren. Das EKN darf aus juristischen Gründen die bisher vorliegenden Melderdaten nicht an das KKN übermitteln. Die neuen Anmeldedaten gelten dann für beide Krebsregister.

Solange für Sie als Meldende noch keine Freischaltung für das Meldeportal erfolgt ist, können die Meldungen auch weiterhin direkt an das EKN übermittelt werden. Meldungen zu Meldeanlässen im II. Quartal 2018 müssen im Verlauf des III. Quartals 2018 in jedem Fall noch auf den bisherigen Meldewegen an das EKN gemeldet werden. Alle bisher über ONkeyLINE Meldenden wurden über die Veränderungen in der Krebsregistrierung informiert.

Für alle Meldungen an das KKN/EKN über das neue Melderportal gilt, dass die Information der Betroffenen entsprechend den neuen gesetzlichen Vorgaben für die Krebsregistrierung erfolgen muss. Dafür steht ein neuer Flyer zur Patienteninformation auf der Homepage des KKN und auch hier auf der Seite des EKN zur Verfügung.

Eine Neufassung des Handbuches für Meldende wird derzeit erarbeitet.



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