Bund und Länder haben sich auf eine "Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland" verständigt, welche die Eckpunkte für die vorausschauende organisatorische und materielle Vorbereitung beschreibt. Darin werden neue Aufgaben für den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz konkretisiert, da auf Grund neuerer Erfahrungen aus Großschadensereignissen allgemein ein erweiterter Beratungs- und Handlungsbedarf bei biologischen und chemischen Risiken, unter anderem bei möglichen terroristischen Angriffen, sowie bei Gefahrenlagen nach Naturereignissen oder klimatischen Veränderungen, besteht.
Das Zentrum für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI) am NLGA wurde als zentrale medizinische Beratungs- und Koordinierungsstelle Niedersachsens für gesundheitliche Krisensituationen im Großschadens- und Katastrophenfall eingerichtet. Es führt Maßnahmen zur
- Erkennung, zur Risikoanalyse und -bewertung und
- fachlichen Unterstützung des Risikomanagements besonderer gesundheitlicher Großschadenslagen
durch. Dies können der Verdacht oder das tatsächliche Auftreten von lebensbedrohlichen übertragbaren Erkrankungen und das epidemische, insbesondere überregionale Auftreten schwerer Infektionen im Sinne des Infektionsalarmplanes, gesundheitliche Gefahren bei Großschadens- und Katastrophensituationen sowie biologische und chemische Bedrohungen mit terroristischem Hintergrund sein. Risiko-Kommunikation und Information der Öffentlichkeit zählen zu den weiteren Kernaufgaben des ZGI.
Das ZGI steht in den dargestellten Gefahrenlagen den kommunalen und Landesbehörden sowie Polizeidirektionen beratend zur Verfügung. In infektiologischen Schadenslagen und im Fall eines bioterroristischen Anschlags ist im S3-Sicherheitslabor des NLGA die sofortige Erregerdiagnostik im Rahmen der 24-h Laborbereitschaft gewährleistet. Chemische und physikalisch-chemische Laboruntersuchungen von Gefahrstoffen in Wasser- und Luftproben können in einer akuten Großschadenslage bei Bedarf vom NLGA unterstützend durchgeführt werden.
Im ZGI arbeitet ein interdisziplinär zusammengesetztes Team aus Mikrobiologen, Epidemiologen, Umweltmedizinern und Toxikologen. Es hält eine 24h-Erreichbarkeit bei Fragen zur chemisch-toxikologischen Risikobewertung und mikrobiologisch-infektiologischen Problemsituationen vor. Weitere Informationen finden Sie im ZGI-Flyer, der in der Infospalte auf der linken Seite heruntergeladen werden kann.