Das WHO-Projekt Polio-Eradikation in der Bundesrepublik Deutschland
Seit 1988 verfolgt die WHO das Ziel, die Poliomyelitis (Kinderlähmung oder kurz die Polio) weltweit auszurotten. Motiviert durch die Erfolge bei der Pockenbekämpfung ist dieses Ziel auch für die Poliomyelitis denkbar.
Auf dem Weg zu dieser weltweiten Ausrottung der Poliomyelitis wurde am 21. Juni 2002 die Europäische Region der WHO für poliofrei erklärt!
Die Bundesrepublik Deutschland nimmt seit 1997 aktiv an dem Projekt der WHO teil. Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit wird dieses Projekt federführend von der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) durchgeführt. Die Geschäftsstelle ist am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt angesiedelt. Für virologische Fragestellungen und Untersuchungen steht das Nationale Referenzzentrum für Poliomyelitis und Enteroviren (NRZ-PE) am Robert Koch-Institut in Berlin zur Verfügung.
Auch wenn in vielen Ländern schon seit mehreren Jahren kein Fall einer Poliomyelitis durch eine im Land erworbene Wildvirus-Infektion mehr beobachtet wurde, ist es im Rahmen der weltweiten Polio-Eradikation dennoch notwendig, die Polio-Freiheit in jedem Land möglichst sicher nachzuweisen.
Zu diesem Zweck steht die Polioeradikation auf drei wesentlichen Säulen, die auf den folgenden Seiten näher dargestellt werden: