Erkrankung
Papillomaviren sind kleine, unbehüllte DNA-Viren, die weltweit verbreitet sind.
Bislang konnten 118 HPV-Typen vollständig beschrieben werden. Insbesondere die HPV-Typen 16, 18, 31 und 33 sind wegen ihrer krebserzeugenden Wirkung gefürchtet.
Die Übertragung von HPV erfolgt überwiegend beim Geschlechtsverkehr, aber auch durch Hautkontakte, verunreinigte Gegenstände und auch bei der Geburt. Über 70% aller sexuell aktiven Frauen und Männer durchlaufen mindestens einmal im Leben eine Infektion. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 18. und 24. Lebensjahr. In vielen Fällen führt die Infektion mit HPV nicht direkt zu einer Erkrankung, sondern es kommt zu Veränderungen der Haut und Schleimhaut insbesondere im Anal- und Genitalbereich. Diese Veränderungen können sich zu Krebsvorstufen weiterentwickeln, und führen unbehandelt zu Krebserkrankungen der betroffenen Organe. Besonders hervorzuheben ist der Gebärmutterhalskrebs, an dem in Deutschland jährlich ca. 6500 Frauen erkranken. Darüber hinaus verursachen die Viren sowohl Haut- als auch Genitalwarzen.
Impfung
In Deutschland sind zur Zeit zwei Impfstoffe zugelassen: Gardasil® und Cervarixâ®. Beide Impfstoffe richten sich gegen die krebserzeugende HPV-Typen 16 und 18, Gardasil® zusätzlich gegen die HPV-Typen 6 und 11, die genitale Warzen verursachen.
Zur Vorbeugung von Infektionen durch menschliche Papillomaviren empfiehlt die Ständige Impfkommission die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Die Impfung mit 3 Dosen sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein. Die Impfung kann möglicherweise auch nach Aufnahme sexueller Aktivitäten noch sinnvoll sein. Hierzu sollte Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.
Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht sicher beantwortet werden. Nach derzeitigen Erkenntnissen liegt die Dauer des Impfschutzes bei 3 bzw. 5 Jahren.
Nach der HPV-Impfung kann es gelegentlich zu Beschwerden an der Injektionsstelle und zu Fieber kommen, auch Juckreiz und Blutungen an der Injektionsstelle werden angegeben.
Da die Impfung keinen Schutz gegen andere krebserzeugende HP-Viren bietet, ist weiterhin auch für Geimpfte die regelmäßige Vorsorge beim Frauenarzt unverzichtbar.
----------------------
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat im März 2007 eine Empfehlung zur Impfung gegen HPV für alle 12 bis 17 Jahre alten Mädchen ausgesprochen. Unter Einbeziehung aktueller Veröffentlichungen aus der wissenschaftlichen Fachliteratur hat die STIKO auf Anfrage des Gemeinsamen Bundesausschuss(G-BA) im Jahr 2009 eine fachliche Stellungnahme vorgenommen, die im Epidemiologischen Bulletin 32/09 319-328 nachzulesen ist.
----------------------
Stand: Februar 2010