Salmonellen sind bakterielle Infektionserreger, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden können (oft über Lebensmittel). Daher zählt die Salmonellen-Erkrankung, die Salmonellose, zur Gruppe der sog. Zoonosen. Salmonellen kommen bei vielen Tierarten vor, ohne dass sie bei den Tieren Krankheitssymptome verursachen. Sie werden nicht nur bei Nutztieren gefunden, sondern z.B. auch bei wilden Vögeln, Reptilien und Nagetieren. Zur Bedeutung des Vorkommens von Salmonellen in der belebten und unbelebten Umwelt für menschliche Infektionen gibt es daher noch viele ungeklärte Fragen.
Bekanntermaßen wird ein Teil der Salmonellenerkrankungen durch den Verzehr von bestimmten Lebensmitteln, die nicht kontinuierlich gekühlt wurden, hervor gerufen. Dafür kommen insbesondere Süßspeisen oder Salate mit rohen Eiern oder Mayonnaise in Betracht. Salmonellen werden aber auch gelegentlich in Lebensmitteln, deren tierische Herkunft nicht so offensichtlich ist, gefunden, z.B. Schokolade, Tomaten, Mandeln, Salat, Sprossen, usw. Nur in ca. 20% der gemeldeten Salmonellosen ist eine wahrscheinliche Infektionsquelle auszumachen. Alle übrigen Salmonellosen sind Einzelerkrankungen (sporadische Fälle) bei denen die Infektionsursache im Dunkeln bleibt.
Salmonellosen gehören zu den häufigsten meldepflichtigen Krankheiten. Sie verlaufen zwar in den seltensten Fällen tödlich, jedoch kommen bei Kleinkindern und älteren Menschen oft schwere Verläufe vor. Die direkten Kosten für Salmonellenerkrankungen werden in Deutschland auf eine Milliarde Euro jährlich geschätzt.
Fall-Kontroll-Studie in Niedersachsen
Um Anhaltspunkte für die Risikofaktoren der bisher ungeklärten Salmonelleninfektionen zu erhalten, führt das Niedersächsische Landesgesundheitsamt in Zusammenarbeit mit den niedersächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten eine Studie durch, bei der Personen, die an einer sporadischen Salmonellose erkrankt sind, zu ihren Aktivitäten und ihrem Nahrungsverzehr in den letzten drei Tagen vor ihrer Erkrankung befragt werden. Um die Befragungsergebnisse mit den Gewohnheiten nicht erkrankter Personen vergleichen zu können, werden außerdem zufällig ausgewählte Kontrollpersonen in Niedersachsen in entsprechender Weise befragt. Darüber hinaus werden auch Personen mit nicht durch Lebensmittel übertragenen Durchfallerkrankungen, z.B. mit Rotavirusinfektionen, befragt.
Außerdem werden die Salmonellenstämme, die aus den Stuhlproben gewonnen wurden, in einem Speziallabor (Nationales Referenzzentrum für Salmonellen) typisiert, um einen Vergleich mit Salmonellen, die in der Nahrungskette, im Tierreich und der sonstigen Umwelt gefunden wurden, zu ermöglichen.
Diese Fall-Kontroll-Studie ist Teil eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes zu lebensmittelbedingten Zoonosen mit der abgekürzten Bezeichnung FBI-Zoo (Lebensmittelbedingte zoonotische Infektionen beim Menschen).
Wir danken allen Personen, die an der Studie teilgenommen haben.
Folgenden Laboren danken wir für ihre Unterstützung:
- Klinikum Braunschweig,
- LADR GmbH, Medizinisches Versorgungszentrum Braunschweig, John
- Medizinisches Labor Bremen
- Laborzentrum Bremen, LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Bremen
- Labor Schumacher und Partner Bremerhaven
- Medizinisches Labor Celle
- LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum, Dr. Kramer und Kollegen, Geesthacht
- MVZ wagnerstibbe für Laboratoriumsmedizin, Göttingen
- Medizinische Mikrobiologie - Universitätsmedizin Göttingen
- MEDILYS Zentrales Labor, Asklepios Kliniken Hamburg GmbH
- Bio scientia MVZ Hamburg
- Praxisgemeinschaft Dres. Peter Elze und Karsten Zwirner
- Partnerschaftspraxis für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie, Hameln/Hildesheim
- Klinikum Region Hannover, Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene
- LADR GmbH, Medizinisches Versorgungszentrum Hannover
- Medizinisches Labor Hannover, Dr. Thomas Lehners
- Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene
- Labor Krone, Herford
- Labor Lehrte, Drs. Hauß
- Labor Centrum Nordhorn
- Medizinisches Labor Oldenburg
- Laborarztpraxis Osnabrück, Dr. med. J. Enzenauer und Kollegen
- Institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie, Haemostaseologie und Transfusionsmedizin, Marienhospital Osnabrück