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Pfad  >  Home  >  Infektionen & Hygiene  >  ARMIN/Resistenzentwicklung
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Escherichia coli-Isolat auf Endoagar.
Escherichia coli-Isolat auf Endoagar.
 
Übersicht der Resistenzanteile in Krankenhäusern, ARMIN-Daten 2008
Report 5: Resistenzbericht für Hannover und Umgebung, 2006
Links zu Resistenzdaten anderer Institutionen
 
Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) des Robert-Koch Institut
Surveillance Antibiotika-Anwendungen und bakterielle Resistenzen auf Intensivstationen (SARI)
Paul-Ehrlich-Gesellschaft
Links zu Internationalen Organisationen
 
European Antibiotic Resistance Surveillance System (EARSS)
European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC)
European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST)
European Surveillance of Antibiotic consumption (ESAC)
World Health Organization (WHO): Antimicrobial Resistance
Centers for Disease Control and Prevention (CDC: Antimicrobial Resistance Home Page)
Antibiotika Resistenz Monitoring in Niedersachsen (ARMIN)
Screenshot der Anwendung

Allgemeines
Teilnehmende Labore
Basisdaten
Datenauswertung
Besonderheiten einzelner Erreger

 

 

 

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Allgemeines
In den letzten Jahren werden vor allem in den Industrienationen besorgniserregende Resistenzen von wichtigen bakteriellen Infektionserregern gegenüber Antibiotika beobachtet. Laut dem European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC, Bericht 2007) gehört die Resistenzentwicklung von Bakterien gegenüber Antibiotika gegenwärtig zu einem der wichtigsten Gesundheitsprobleme in Europa. Die Weltgesundheitsorganisation und auch die Europäische Union fordern ihre Mitgliedstaaten auf, wachsam zu sein und wirksame Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Um für dieses Thema die Fachöffentlichkeit als auch die Bürger zu sensibilisieren, wurde am 18.11.2008 erstmalig der "Antibiotikatag" in Europa eingeführt.
Die Resistenzentwicklung gefährdet die Behandlung von bakteriellen Infektionen. Der wesentlichste Grund ist die übermäßige, häufig auch falsch indizierte und unterdosierte, zu lange gegebene oder vorzeitig abgebrochene Gabe von Antibiotika. Um wirksame Kontrollstrategien und Präventionsmaßnahmen einleiten zu können, müssen verlässliche Daten zur Resistenzentwicklung erhoben werden. In Europa und in Deutschland tragen multizentrische Untersuchungen dazu bei, Informationen über die Resistenzausbreitung zu vermitteln. Die Resistenzentwicklung der Keime betrifft aber nicht in gleicher Weise alle Länder, Regionen, Krankenhäuser oder gar Stationen innerhalb eines Krankenhauses. Daher ist die Kenntnis der regionalen Resistenzsituation außerordentlich wichtig. Sie sollte die Grundlage für eine krankenhausspezifische, kalkulierte Antibiotikatherapie sein. Sie kann darüber hinaus krankenhausinterne Tendenzen zur Resistenzentwicklung aufzeigen sowie zur Kosteneinsparung durch Reduzierung des Antibiotikaverbrauchs beitragen.
Ziel des Monitoring Systems ARMIN ist es, die Resistenzentwicklung der klinisch relevanten Bakterien im stationären und ambulanten Bereich in Niedersachsen systematisch zu erfassen und langfristig zu beobachten. Es werden anonymisierte Ergebnisse der Resistenztestungen genutzt, wie sie routinemäßig bei bakteriologischen Untersuchungen in mikrobiologischen Laboratorien durchgeführt werden.
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Teilnehmende Labore
Bisher sind sieben Labore aktiv an dem Monitoring System beteiligt. Voraussetzung für die Teilnahme ist die abgeschlossene oder angestrebte Akkreditierung der Labore sowie der Zugang zur Laborsoftware Hybase® (TietoEnator). Für den Datentransfer war die Einrichtung einer speziellen Schnittstelle, welche eine anonymisierte Datenübermittlung an das NLGA ermöglicht, in den Laboren notwendig.

Die teilnehmenden Labore sind:

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Karte Laborstandorte

Basisdaten
In den teilnehmenden Laboren werden bei der Mehrzahl der Keime MHK-(minimale Hemmkonzentration) Bestimmungen automatisiert durchgeführt. Bei anspruchsvollen Keimen wird der Agardiffusionstest eingesetzt. An das NLGA werden keine MHK-Werte oder Hemmhofdurchmesser, sondern die bewerteten Befunde (sensibel, intermediär, resistent) der Empfindlichkeitsprüfungen übersendet.
Eine wichtige Differenzierung der Resistenzdaten erfolgt nach deren Herkunft: Unterschieden wird zwischen Daten aus dem Krankenhaus (zusammengefasst sind Pflege- und Intensivstation) und Daten aus dem niedergelassenen Bereich.
Darüber hinaus werden Angaben zu Geschlecht und Alter des Patienten sowie die zweistellige Postleitzahl der Ersteinsender und das untersuchte Material zur jeder Testung mitgeteilt.
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Datenauswertung
Gegenwärtig findet die Resistenzprüfung in den Laboren nach unterschiedlichen Normierungen (Grenzwerte nach DIN 58940 und CLSI) statt. Der Vergleich der Labore hat aber nur geringfügige Abweichungen bei der statistischen Auswertung gezeigt. Schwerpunkt der ARMIN-Darstellung ist die Trendanalyse der Resistenzdaten. Eine einheitliche Diagnostik und Bewertung von Resistenzdaten wird von den ARMIN-Teilnehmern angestrebt und erarbeitet.
Bei der statistischen Auswertung wurden folgende Punkte berücksichtigt:

  • Die Angabe der Resistenz erfolgt als Resistenzrate in %. Sie berechnet sich nach: (Anzahl resistente Erreger / Anzahl getestete Erreger) *100
  • Es erfolgt eine Differenzierung in Krankenhäuser (Pflege- und Intensivstation) und den ambulanten Sektor.
  • Die Berechnung der Resistenzraten erfolgt für klinisch relevante Keime.
  • Die Berechnung der Resistenzrate erfolgt  für die zur Therapie wichtigsten Antibiotika eines jeden Erregers.
  • Wiederholte Isolierungen desselben Bakterienstammes (copy strain) werden nicht berücksichtigt. Als copy strain wurden - unabhängig von der Lokalisation - bei jeder Auswertung 60 Tage pro Patient festgelegt.
  • Lag die Anzahl der Isolate, die auf ein bestimmtes Antibiotikum getestet wurden <100/Jahr (bezogen auf die Gesamtanzahl aus allen Laboren) wurde keine Resistenzrate des jeweiligen Antibiotikums berechnet. (Ausnahme E.faecium, S.lugdunensis)
  • Screening-Materialien wurden von der Auswertung ausgeschlossen. Diese Materialien konnten weitestgehend aufgrund eindeutiger Kennzeichnung durch die Labore identifiziert werden. Dies betrifft v.a. das MRSA-Screening.
  • Für die Berechnung der Resistenzraten wurden Antibiotika zusammengefasst: Tetrazyklin = Doxyzyklin; Ampicillin = Amoxicillin; Cefaclor  = Cefalotin; Cefotaxim = Ceftriaxon
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Besonderheiten

Staphylokokken:
Die induzierbare MLSB-Resistenz wird gegenwärtig (2006-2008) nicht berücksichtigt, d.h. das Testergebnis Clindamycin wird vom Testergebnis Erythromycin abgeleitet.

Enterokokken:
Cotrimoxazol wird unabhängig von dem Ergebnis der in vitro-Testung als resistent ausgewiesen, da klinisch eine unsichere Wirkung vorliegt.

Enterococcus species:
Enterokokken ohne weitere Differenzierung. Enterokokken mit Vancomycinresistenz (VRE) werden immer differenziert. Der VRE-Anteil ist daher nicht repräsentativ.

Keime mit besonderem Resistenzverhalten:

  • MRSA = methicillinresistenter Staphylococcus aureus
    Resistenz gegenüber allen Betalaktam-Antibiotika
  • VRE = Vancomycin-resistente Enterokokken
    Partielle Kreuzresistenz mit Teicoplanin (Typ Van A, Van D)
  • ESBL = expanded spectrum beta-lactamases
    Resistenz gegenüber allen Penicillinen, Cefalosporinen und Aztreonam

Nitrofurantoin:
Wird nur für Harnwegsinfektionen eingesetzt.

Mupirocin:
Wird nur topisch bei MRSA Besiedlung eingesetzt.

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