Gesundheitliche Wirkungen von Blei
Blei ist ein Schwermetall mit verschiedenen schädlichen Wirkungen auf die Gesundheit. Die chronisch-toxischen Wirkungen von Blei sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten intensiv untersucht worden. Eine Reihe von Studien berichten dabei über einen Zusammenhang mit einer verminderten geistigen Entwicklung bei Kindern und einer erhöhten Aufnahme von Blei. Am bekanntesten ist hierbei der negative Einfluss auf den Intelligenzquotienten von Kindern. Es ist daher wichtig, die Bleiaufnahme insbesondere von Säuglingen und Kleinkindern zu minimieren.
Blei im Trinkwasser
Das Vorkommen von Blei im Trinkwasser ist in Deutschland meistens durch Korrosion von Rohrleitungsmaterialien bedingt. Wichtigste Ursache für erhöhte Bleiwerte im Trinkwasser sind Hausinstallationen und Hausanschlussleitungen aus Blei, die teilweise noch bis Anfang der siebziger Jahre verbaut worden sind. Daneben können auch andere Installationsmaterialien, wie verzinkte Stahlrohre und Messingarmaturen, gewisse Mengen an Blei abgeben. Obwohl in den letzten Jahren in Deutschland viele Bleileitungen gegen Rohre aus anderen Materialien ausgetauscht worden sind, sind diese noch in zahlreichen Haushalten vorhanden.
Projekt "Bleisanierung in Niedersachsen"
Eine Entschließung des Niedersächsischen Landtages vom Januar 2004 fordert daher jetzt zu Maßnahmen auf, die Bleisanierung zu unterstützen. Die Landesregierung setzt dieses jetzt in einem Projekt um. Teil dieses Projektes ist die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft "Bleisanierung" auf Landesebene, an der Vertreter aller relevanten Akteure (wie z. B. Mieter- und Vermieterverbände, Handwerk, Bau- und Gesundheitsverwaltungen) beteiligt sind. Die Geschäftsführung liegt dabei beim NLGA. Weiterer Teil des Projektes ist eine kommunale Datensammlung über Bleiinstallationen sowie eine Blei-Untersuchungs-Aktion.
Kostenfreie Blei-Untersuchungs-Aktion: Wer kann teilnehmen?
Im Rahmen der Initiative für den Austausch von Bleileitungen bietet das NLGA in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern der Aktionsgruppe für eine begrenzte Zeit die kostenfreie Untersuchung ihres Trinkwassers an.
Kostenfrei teilnehmen können private Haushalte in Niedersachsen, in denen junge Frauen oder Familien mit Kindern leben.
Weitere Kriterien:
- Baujahr der Wohnung / des Hauses muss vor 1974 liegen, da ab diesem Zeitpunkt keine neuen Bleirohre mehr verbaut worden sind
- an der Aktion teilnehmen können nur Privathaushalte aus Niedersachsen
Bürger, die nicht zur entsprechend festgelegten Aktionsgruppe gehören, können gegen Kostenerstattung von zur Zeit 17,74 Euro ebenfalls an der Aktion teilnehmen. Auch zahlreiche andere staatliche und private Labore können zu den jeweiligen Konditionen und Preisen eine Untersuchung von Blei im Trinkwasser durchführen. Eine Landesliste für Trinkwasseruntersuchungsstellen finden Sie hier.
Was muss ich tun?
Die Ausgabe der Probenahme-Sets erfolgt durch das zuständige Gesundheitsamt des Teilnehmers (Wohnort). Das Set enthält die Kunststoff-Probenflasche, die Entnahmeanleitung und einen Fragebogen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entnehmen dann entsprechend der Entnahmeanleitung eine Stagnationsprobe aus ihrem häuslichen Trinkwasser und schicken diese frankiert per Post (Maxibrief 2,20 Euro) direkt an das NLGA in Hannover. Bei der Probenahme handelt es sich um eine orientierende Untersuchung, deren Ergebnis nicht mit dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung von 2001 beurteilt werden kann. In den eingehenden Proben wird dann durch das NLGA die Bleikonzentration gemessen.
Wer hilft bei Fragen zum Untersuchungsergebnis?
Bei auffälligen Werten kann das örtliche Gesundheitsamt die Teilnehmer beraten und weitere Maßnahmen, wie eine eingehende Untersuchung des Trinkwassers, veranlassen. Die Gesundheitsämter überwachen die Einhaltung der Trinkwasserverordnung.