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Akute respiratorische Erkrankungen (ARE)

Surveillance von akuten Atemwegserkrankungen durch Influenza und andere Viren
Unter ARE-Surveillance (ARE für Akute Respiratorische Erkrankungen) versteht man die kontinuierliche Überwachung der epidemiologischen Situation akuter Atemwegserkrankungen in Niedersachsen, die sich aus zwei Modulen zusammensetzt. Zum einen handelt es sich um eine Surveillance der Influenza- und anderer respiratorischer Viren durch Laboruntersuchungen von Rachenabstrichen erkrankter Personen, zum anderen um eine Surveillance des Anteils von Kindern mit akuten Atemwegserkrankungen in Kindertageseinrichtungen. Die Ergebnisse aus beiden Modulen werden seit dem Jahr 2005 wöchentlich ausgewertet und in kurzen Berichten dargestellt.

Virologische Surveillance durch Laboruntersuchungen
Mehr als 80% der Erreger von akuten Atemwegsinfekten sind Viren. Viren werden allerdings in der Regel nur selten diagnostiziert, da die Labordiagnostik recht aufwendig ist und deswegen selten durchgeführt wird. Z. Zt. sind 4 Krankenhäuser und ca. 40 niedergelassene Ärzte, vornehmlich Allgemeinmediziner und Pädiater, dem niedersächsischen Surveillancesystem angeschlossen, und senden regelmäßig Rachenabstrichproben zur virologischen Diagnostik ins Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA). Die PCR-Diagnostik wird am NLGA als sehr sensitive und schnelle Untersuchungsmethode eingesetzt. Zusätzlich erfolgt stichprobenartig eine Virusanzüchtung auf Zellkulturen, um eine nähere Differenzierung der Viren zu ermöglichen. Mit dem derzeitigen Untersuchungsprogramm, das entsprechend der epidemiologischen Situation auch auf weitere Erreger ausgedehnt werden kann, können Adeno-, Influenza-, Metapneumo-, Picorna- (incl. Rhino- bzw. Entero-) und Respiratory Syncytial Viren (RSV) nachgewiesen werden.

Bei Ausbrüchen von Atemwegsinfekten in Kindertageseinrichtungen, Schulen, Altenheimen und anderen Einrichtungen können auch die Gesundheitsämter entsprechende Proben veranlassen und zur Untersuchung an das NLGA schicken.

Surveillance respiratorischer Erkrankungen in Kindertageseinrichtungen
Da Kindertageseinrichtungen eine wichtige Drehscheiben- und Indikatorfunktion für die Weiterverbreitung der Influenza (wie auch vieler anderer Infektionskrankheiten) haben, wurde ein eigenes Surveillance-Modul für dieses Setting in Zusammenarbeit mit dem Öffentlichen Gesundheitsdienst aufgebaut.

Hierzu haben die teilnehmenden Gesundheitsämter in ihrem Zuständigkeitsbereich jeweils zwischen 5 und 20 vorschulische Kindertageseinrichtungen ausgewählt. Diese Kindereinrichtungen teilen dem Gesundheitsamt einmal wöchentlich mit, wie viele Kinder aufgrund akuter Atemwegserkrankungen nicht zur Betreuung bzw. trotz offensichtlicher Erkrankung in der Einrichtung erschienen sind. Das Auftreten dieser Erkrankungen wird für jeden Landkreis / kreisfreie Stadt in eine von fünf Kategorien von "keine ARE-Aktivität" bis "sehr starke ARE-Aktivität" eingeordnet und auf Landesebene schließlich kartographisch dargestellt.

Wochenberichte
Das NLGA wertet die übermittelten Daten aus beiden Surveillance Modulen (virologische Surveillance und ARE-Surveillance in Kindertageseinrichtungen) zeitnah aus und erstellt einen kurzen Wochenbericht, durch den eine bessere Einschätzung der respiratorischen Erkrankungshäufungen während der Grippe-Saison und auch darüber hinaus auf regionaler Ebene ermöglicht wird. Die Berichte erscheinen in der Regel zwischen der 40. Kalenderwoche (KW) und der 20. KW des Folgejahres, also in der Zeit, in der die meisten Atemwegserkrankungen und insbesondere die Influenza auftreten. Die Ergebnisse der virologischen Surveillance sind ganzjährig über den interaktiven ARE-Bericht abrufbar. Die Berichte der zurückliegenden Wochen können Sie im Archiv abrufen.

Interaktiver ARE-Bericht
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Aktueller Wochenbericht:

Abschlussberichte:

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