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Ebola Ausbruch in Westafrika

Globale Situation
Situation in Niedersachsen
Hinweise für Reisende
Ebola-Fieber
Diagnostik und Behandlung Erkrankter


Globale Situation

In Westafrika kam es 2014/2015 zum bisher größten bekannt gewordenen Ebolafieber-Ausbruch weltweit.
In dem westafrikanischen Staat Guinea hat Ende Dezember 2013 der Ebola-Ausbruch begonnen, der sich in der Folge auch in die benachbarten Staaten Sierra Leone, Liberia, Senegal, Mali (Bamako) und die Städte Lagos und Harcourt (Nigeria) rasch verbreitet hat. Ebolafieber-Fälle wurden u. a. auch in die USA und nach Großbritanien exportiert; dort kam es zu einzelnen Folgefällen beim medizinischen Personal, das bei der Behandlung von erkrankten Patienten eingesetzt war. Anfang August 2014 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ebolafieber-Epidemie in Westafrika zu einer „Gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite".
In den hauptsächlich betroffenen Staaten Guinea, Liberia und Sierra Leone erkrankten mehr als 28.000 Menschen, mehr als 11.000 starben. Am 29. Dezember 2015 erklärt die WHO die Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Ebolavirus in Guinea für beendet, da innerhalb von 42 Tagen keine Neuerkrankung nach dem letzten laborbestätigten Fall aufgetreten war. In Sierra Leone wurde die Übertragung des Ebolavirus bereits am 7. November 2015 als beendet erklärt. Liberia wurde seitens der WHO am 14. Januar 2016 als frei von Ebola erklärt. Damit gelang Anfang Januar 2016 in den hauptbetroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone die Unterbrechung des originären Ebolafieber-Ausbruches. Gleichzeitig wies die WHO darauf hin, dass unabhängig davon in den kommenden Monaten ein Aufflackern von Ebolavirus-Infektionen zu erwarten sei. Bereits einen Tag später, am 15. Januar 2016 berichtet die WHO einen neuen bestätigten Fall in Sierra Leone und im März 2016 von fünf Fällen in Guinea. Die Reaktionsfähigkeit auf erneute Ebolavirus-Fälle muss in den hauptbetroffenen westafrikanischen Staaten daher zwingend aufrechterhalten werden.
Am 29.März 2016 wurde der ausgerufene globale Gesundheitsnotstand von der WHO aufgehoben.
Aktuelle Fallzahlen und Situationsberichte stellt die Weltgesundheitsorganisation auf ihren Internetseiten zur Verfügung Homepage der WHO. Hinweise für Reisende sind auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes abrufbar (Reise- und Sicherheitshinweise, Länder A-Z).



Situation in Niedersachsen

Das Risiko, dass Reisende die Krankheit nach Deutschland oder Europa bzw. Niedersachsen mitbringen, war von Beginn des Ausbruchs als minimal einzuschätzen, da die Zahl der Reisenden aus den Endemiegebieten nach Deutschland vergleichsweise gering war. Deutschland war vom Ebolafieber-Ausbruch nicht betroffen, d.h., es sind keine Fälle von Ebolafieber in der Bevölkerung aufgetreten. Demgegenüber wurden vier Patienten, die sich in Westafrika mit Ebolavirus infiziert hatten, nach Deutschland ausgeflogen und unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen in Behandlungszentren verlegt und ärztlich versorgt.
Auf ein mögliches Auftreten von Ebolafieber sind Deutschland bzw. Niedersachsen gut vorbereitet. Für den Fall, dass begründete Verdachtsfälle (vgl. Schema zur Abklärung eines Ebola-Verdachts für Ärzte; Robert Koch-Institut) auftreten sollten, müsste dies dem örtlichen Gesundheitsamt umgehend gemeldet werden. Die Gesundheitsämter stehen auch für eine erste Beratung zur Verfügung. Zur fachlichen Beratung von Ärztinnen/Ärzten und des öffentlichen Gesundheitsdienstes ist das Landesgesundheitsamt über die 24-stündige Rufbereitschaft seines Zentrums für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI) (Rufnummer 'Mikrobiologisch-infektiologische Problemsituationen') erreichbar. Falls in Niedersachsen ein begründeter Verdachtsfall auftreten sollte, wird entsprechend dem Infektionsalarmplan des Landes und dem Rahmenkonzept Ebolafieber des RKI (Veröffentlicht 01.12.2014, fortlaufende Aktualisierung) vorgegangen. Der Infektionsalarmplan umfasst Maßnahmen und Vorkehrungen bei Krankheitsverdacht, Erkrankung oder Tod an hochkontagiösen, lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten und gewährleistet ein abgestimmtes Vorgehen der Gesundheitsbehörden. Das Rahmenkonzept Ebolafieber des RKI fasst Empfehlungen und Regelungen zum seuchenhygienischen und klinischen Management von Erkrankungen an Ebolafieber in Deutschland zusammen.
Für Niedersachsen erfolgt die Isolierung und Behandlung erkrankter Personen auf der Grundlage eines Länderabkommens im Behandlungszentrum für hochansteckende Erkrankungen (BZHI) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Der Transport dorthin wird durch die Feuerwehr Hamburg gewährleistet.
Das Landesgesundheitsamt hat ein Ablaufschema zu ersten Maßnahmen bei Verdacht auf Ebola oder andere virale hämorrhagische Fieber (VHF) in Niedersachsen zusammengestellt.


Hinweise für Reisende

Aktuelle Reisehinweise und -warnungen finden Sie auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes. Weitergehende Informationen hat das Auswärtige Amt in einem Merkblatt zusammengestellt.

Ebola-Infektion in Westafrika: Merkblatt für Beschäftigte und Reisende (Auswärtiges Amt - Gesundheitsdienst)

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung sehr gering ist, ist es nicht gänzlich unmöglich, dass Reisende sich anstecken und erst nach Rückkehr, insbesondere wegen der langen Inkubationszeit von bis zu 3 Wochen, Krankheitszeichen entwickeln, die auf eine mögliche Ebolafieber-Erkrankung hindeuten können. Reiserückkehrer aus den betroffenen Gebieten sollten bei Auftreten entsprechender Symptome umgehend einen Arzt telefonisch informieren und die Reise erwähnen.

Da insbesondere die Anfangssymptome unspezifisch sind und häufig bei Reiserückkehrern auftreten, ist neben einer eingehenden ärztlichen Abklärung unter Berücksichtigung von Reiseanamnese und der möglichen Expositionen auch die Labordiagnostik dringend erforderlich, da andere Erkrankungen wie die Malaria ähnliche Symptome hervorrufen. In Deutschland wurden jeweils in den Wintermonaten der Vorjahre durchschnittlich pro Monat 20 Fälle von Malaria-Erkrankungen bei Reiserückkehrern alleine aus Westafrika registriert.


Ebola-Fieber

Symptome
Zeichen einer Ebolafieber-Erkrankung ist der plötzliche Erkrankungsbeginn mit Fieber, Schwäche, Muskel-, Kopf- und Halsschmerzen. Die fortschreitende Erkrankung ist gekennzeichnet durch Erbrechen, Durchfall und Hautausschlag. Schließlich kommt es zu Leber- und Nierenschädigungen, diffusen Einblutungen und Multiorganversagen. 30% bis 90% der Patienten versterben. Beim aktuellen Ausbruch in Westafrika verstirbt mehr als die Hälfte der Erkrankten.

Übertragung
Das Ebola-Virus wird von Mensch zu Mensch durch engen und direkten Körperkontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten übertragen. Das höchste Infektionsrisiko besteht durch Blut, Stuhl, Erbrochenes und Urin.

Das Virus wird erst bei Auftreten von Krankheitssymptomen übertragen, diese treten im Mittel nach etwa 8 - 10 Tagen und maximal 21 Tagen nach Ansteckung auf. Die Ansteckungsgefahr ist zu Beginn deutlich geringer als im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.

Das Virus wird nicht über die Luft übertragen. Bei einem Abstand von mehr als ein Meter von einem Erkrankten ist eine Übertragung der Ebola-Viren sehr unwahrscheinlich.

Allgemeine Informationen zum Ebola-Fieber hat die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einem Erregersteckbrief zusammengestellt.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Ebola-Fieber finden Sie auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts.


Diagnostik und Behandlung Erkrankter

Für Fragen zur Diagnostik sind das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg (BNI) als Nationales Referenzzentrum für tropische Infektionserreger und das Institut für Virologie der Universität Marburg als Konsiliarlabor für Filoviren erste Ansprechpartner.

Neben diesen Laboren gibt es in Deutschland ein Netzwerk von Kompetenz- und Behandlungszentren (STAKOB), die auf den Umgang mit hoch kontagiösen, lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten spezialisiert sind und deren Geschäftsstelle beim Robert Koch-Institut angesiedelt ist.


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