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Kooperationsvereinbarungen Familie und Sucht

In Deutschland wachsen schätzungsweise 2,6 Millionen Kinder - das ist jedes siebte Kind - in Familien auf, in denen mindestens ein Elternteil von illegalen Suchtmitteln oder von Alkohol abhängig ist. In Haushalten mit mindestens einem substituierten Elternteil, d. h. bei Müttern, Vätern oder Eltern, die eine Drogenersatz-Therapie mit Ersatzstoffen (z. B. Methadon) durchführen, leben etwa 40.000 Minderjährige.

Das Wohl von Kindern suchtkranker Eltern ist in besonderem Maße gefährdet. So besteht für Kinder, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen, ein erhöhtes Risiko für eine Beeinträchtigung ihrer geistigen, seelischen und körperlichen Gesundheit.

Zu den möglichen Folgen einer elterlichen Abhängigkeit zählen u. a. Behinderungen oder Fehlbildungen der Kinder durch Suchtmittelkonsum während der Schwangerschaft. Außerdem kann es bei Neugeborenen zu Entzugserscheinungen kommen, wenn die werdende Mutter Drogen konsumiert hat. Gleichfalls ist bei diesen Kindern häufig eine verzögerte Entwicklung zu beobachten. Ferner kann das Einatmen von Haschischrauch oder eine versehentliche Einnahme von nicht sicher aufbewahrten Drogen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Darüber hinaus haben Kinder suchtkranker Eltern ein deutlich erhöhtes Risiko, später selbst eine Suchtproblematik zu entwickeln und/oder anderweitig psychisch zu erkranken. Etwa ein Drittel der Kinder suchtmittelabhängiger Eltern wird im Erwachsenenalter selbst abhängig und ein Drittel entwickelt psychische oder soziale Störungen.

Der Konsum von Drogen führt bei den häufig psychisch instabilen Eltern zu einer eingeschränkten Erziehungs- und Sozialkompetenz. Ein fehlendes soziales Netzwerk der Eltern, eine wirtschaftlich prekäre Situation sowie die möglicherweise angegriffene Gesundheit der Eltern sind weitere Risikofaktoren, die zu Fällen von Vernachlässigung, Gewalt und Kindesmisshandlung beitragen können.

Daher brauchen diese Kinder besondere Aufmerksamkeit, um Krisensituationen zu vermeiden bzw. zu bewältigen.

Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen ein Beispiel für eine Kooperationsvereinbarung, die Vereinbarung des Arbeitskreises „Familie und Sucht Hannover", vor. Außerdem finden Sie die Evaluierung der Kooperationsvereinbarungen der Stadt und Region Hannover sowie der Stadt Wolfsburg.

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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Christel Zühlke

Nds. Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 4-6
30449 Hannover
Tel: 0511-4505-0

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