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Antworten auf häufig gestellte Fragen im Zusammenhang mit SARS

  • Wodurch wird die Krankheit verursacht? Nach derzeitigem Erkenntnisstand kommt ein bisher unbekanntes Coronavirus (von der WHO SARS-Virus genannt) als auslösender Erreger in Betracht. Inzwischen stehen verschiedene Laborverfahren zum Nachweis von Coronaviren des SARS zur Verfügung.
  • Ist die Krankheit behandelbar? Bislang ist nur eine unterstützende Therapie möglich.
  • Gibt es eine Impfung? Eine Impfung ist bislang nicht verfügbar.
  • Wie wird SARS übertragen? Wie stecke ich mich an? Das Virus kann bei den Erkrankten in den Atemwegen und im Stuhl nachgewiesen werden. Nach bisherigem Kenntnisstand wird die Krankheit hauptsächlich durch direkten "Gesicht zu Gesicht" Kontakt (Angehustet werden), eventuell auch durch Schmierinfektionen (Stuhl-Mund) z.B. bei der Pflege von Angehörigen übertragen. Die Erkrankten sind in der Regel wegen des hohen Fiebers ans Bett gefesselt und können nicht, wie z.B. bei einer leichten Grippe, ihren Alltagsgeschäften nachgehen. Eine besondere Behandlung unbelebter Güter (z. B. Desinfektion) ist nicht erforderlich. Ein Übertragungsrisiko durch Gegenstände oder importierte Güter besteht nach bisherigen Erkenntnissen nicht (insbesondere nicht bei der Post).
  • Wer ist gefährdet? Gefährdet sind Menschen, die sich in den letzten 10 Tagen in einer betroffenen Region aufgehalten hatten, oder die mit einem Menschen in Kontakt waren (z.B. Krankenpflege), der sich vor seiner Erkrankung in diesen Regionen aufgehalten hatte und dann an einer Lungenentzündung erkrankte.
  • Was kann ich tun, um die Krankheit rasch zu erkennen und einer Verbreitung vorzubeugen? Personen, die in den letzten 10 Tagen aus den aufgeführten Regionen zurückgekehrt sind, sollten insbesondere auf folgende Symptome achten: hohes Fieber, Husten oder Kurzatmigkeit. Personen mit diesen Anzeichen sollten sich umgehend telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen und mit ihm das weitere Vorgehen abstimmen, um Kontakte zu anderen Personen möglichst zu vermeiden.
  • Wie schütze ich mich vor SARS in Deutschland? In Deutschland gibt es bisher keinen einzigen Fall einer hier erworbenen SARS-Infektion. Somit ist eine Ansteckungsgefahr zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland fehlend oder minimal. Grundsätzlich besteht der beste Schutz vor Ansteckung in der Meidung des Kontaktes mit erkrankten Personen. Im Krankenhaus werden SARS-Kranke nach den Regeln des "Barrier-Nursing" isoliert und behandelt. Das medizinische Personal schützt sich beim direkten Umgang mit dem Patienten durch Atemmaske mit Virusfilter, Schutzbrille, Schutzkittel und Handschuhe. Wichtig ist eine erhöhte Aufmerksamkeit im Kontakt mit offensichtlich erkrankten Personen, (Fieber und Atemwegsprobleme), von denen bekannt ist, dass sie in den letzten 10 Tagen aus einem der SARS-Risikogebieten zurückgekehrt sind. Nach bisherigen Erkenntnissen sind gesunde Rückkehrer aus einem SARS-Land keine Ansteckungsquellen! Ebenso ist ein Rückkehrer aus einem "SARS-Land", der erst mehr als 10 Tage nach Rückkehr Krankheitssymptome wie z.B. Fieber entwickelt, kein SARS-Verdachtsfall!!
  • Sollte ich bei Reisen in die betroffenen Regionen und Länder bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten? Enge Kontakte zu evt. erkrankten Personen sollten ebenso wie Massenansammlungen von Menschen gemieden werden. In öffentlichen Verkehrsmitteln kann in den angeführten Regionen unter Berücksichtigung der Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden eine einfache Atemschutzmaske (sofern angezeigt bzw. gewünscht am ehesten FFP1; der Wert dieser Maßnahme im Bereich der alltäglichen Gelegenheitskontakte ist bisher unklar) getragen werden. Händereichen mit anderen Personen sollte möglichst vermieden werden, nach Personenkontakten, der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor der Nahrungsaufnahme müssen die Hände gründlich gewaschen werden.
  • Soll ich eine geplante Reise in die betroffenen Länder absagen? Bei Reisen in betroffene Gebiete muss beachtet werden, dass die Gesundheitseinrichtungen durch SARS überlastet sind und gegenwärtig für die allgemeine Versorgung nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Außerdem muss bei Erkrankungen mit SARS ähnlichen Symptomen mit Quarantänemaßnahmen der örtlichen Behörden gerechnet werden, die den weiteren Verlauf der Reise sehr erschweren können.
  • Gibt es Empfehlungen für Personen, die aus den betroffenen Regionen und Ländern nach Deutschland zurückkehren? Für gesunde Personen, die aus den genannten Gebieten zurückkehren, gibt es gegenwärtig keine Einschränkungen. Sie können ihrer Arbeit wie gewohnt nachgehen; Kinder können Schulen und andere Kindereinrichtungen besuchen. Der Gesundheitszustand sollte jedoch sorgfältig für 10 Tage nach Rückkehr beobachtet werden, bei ersten klinischen Symptomen (insbesondere Fieber über 38° und Husten) sollte mit dem Hausarzt Kontakt aufgenommen werden.
  • Sollten Personen, die aus den betroffenen Regionen und Ländern zurückkehren, innerhalb der Familie besondere Verhaltensmaßnahmen einhalten? Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand wird nicht von einer Ansteckungsfähigkeit ausgegangen, solange keine klinischen Symptome bestehen. Es sollte jedoch bedacht werden, dass innerhalb der ersten 10 Tage nach Rückkehr aus den betroffenen Gebieten Symptome auftreten können. Bei den ersten Anzeichen auf eine Erkrankung sollte auf enge Kontakte verzichtet werden, bis eine Abklärung durch den Hausarzt erfolgt ist.
  • Geht von bestimmten Gütern (z. B. Postsendungen, Kisten usw.) oder Produkten, die aus den betroffenen Regionen nach Deutschland geschickt werden, eine Ansteckungsgefahr aus? Nach Ansicht der WHO stellen Güter und Produkte aus den von SARS betroffenen Ländern und Gebieten derzeit keine Gesundheitsgefahr dar. Eine besondere Behandlung unbelebter Güter (z. B. Desinfektion) ist nicht erforderlich.
  • Kann die Erkrankung durch Insekten (z. B. Küchenschaben) übertragen werden? Die Übertragungswege sind derzeit nicht vollständig geklärt. Gegenwärtig bestehen jedoch keine konkreten Hinweise für eine Überragung durch Insekten.
  • Sollten Personen, die aus den betroffenen Regionen und Ländern zurückkehren, einen Labortest zum Ausschluss von SARS machen? Die Entwicklung diagnostischer Verfahren zum Nachweis von SARS ist aufgrund internationaler Bemühungen und auch der Entwicklung in Deutschland bereits gut vorangeschritten. Dennoch ist es aus Sicht der Infektionsprävention und bisheriger Untersuchungsbefunde nicht sinnvoll, Personen ohne klinische Symptome mit einem labordiagnostischen Test zu untersuchen.
  • Wie lange dauert es von der Infektion bis erste Krankheitszeichen auftreten? Die Inkubationszeit für SARS beträgt im Allgemeinen 2 bis 7 Tage. Es gibt auch vereinzelte Berichte, die eine Inkubatinszeit von bis zu 10 Tagen vermuten lassen.
  • Wie lange können Coronaviren in der Umwelt überleben? Im Allgemeinen können umhüllte Viren, wie das Coronavirus, nicht lange in der Umwelt überleben, da sie gegen Austrocknung sehr anfällig sind. Frühere Studien zu andern Coronaviren zeigten, dass diese bis ca. 3 Std. auf Oberflächen überleben können. Zum jetzigen Kenntnisstand ist es schwer diesbezüglich eine Aussage zu den SARS Viren zu machen. Vorläufige Untersuchungen lassen vermuten, dass das SARS Virus bis zu 24 Std. in der Umwelt überleben kann. Weitere Studien sind in Arbeit, um diese wichtige Frage abschließend zu beantworten.
SARS-Viren

SARS-Viren (CDC/Dr. Mary Ng Mah Lee, National University of Singapore, Singapore)

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Masyar Monazahian

Nds. Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 4-6
30449 Hannover
Tel: 0511-4505-0

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