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Cryptosporidiose

Diese Informationen richten sich primär an Ärztinnen/ Ärzte und Medizinisches Fachpersonal.

Erreger
Cryptosporidien (Cryptosporidium hominis, C. parvum): Einzeller (Protozoen)

Epidemiologie
Die Erreger sind weltweit verbreitet. Es gibt keine besondere Wirtsspezifität, so dass es Vorkommen beim Menschen und zahlreichen Säugetieren (Kälber, Lämmer, Haustiere) gibt. Die Prävalenz beim Menschen variiert zwischen 2 - 4 % in Industrieländern und deutlich mehr in weniger entwickelten Ländern. Die Erreger bilden infektiöse Oozysten, die vom Wirt ausgeschieden werden. Diese Dauerformen sind sehr widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse und verschiedene Desinfektionsmittel.

Übertragungswege
Fäkal-oral

  • Über das Wasser (Trinkwasser; Wasser aus Fließgewässern, die Oberflächenwasser enthalten; Swimming-Pools)
  • Als Schmierinfektion von Mensch zu Mensch, insbesondere bei Kleinkindern; seltener auch von Tier zu Mensch
  • Infektionen über kontaminierte Lebensmittel

Diagnostik
Nachweis von Oozysten mikroskopisch mittels Kinyoun-Färbung oder durch Antigennachweis aus Stuhlproben

Risikogruppen
Besonders ansteckungsgefährdet sind immungeschwächte Menschen, z.B. AIDS-Patienten, aber auch Patienten mit immunsuppressiver Therapie (Zytostatika, Kortikosteroide in hoher Dosierung) und Menschen mit angeborenen Immunschwächekrankheiten. Darüber hinaus sind Kinder im Alter vom 6 - 24 Monaten besonders anfällig.

Inkubationszeit
Gewöhnlich 7-10 Tage, selten bis zu 12 Tagen

Erkrankungsdauer
Akut meist 7-14 Tage, dies ist aber von den Grunderkrankungen abhängig. Die Erregerausscheidung beginnt 5 - 21 Tage nach Infektion und sistiert meist innerhalb einer Woche nach Ende der klinischen Symptomatik, kann aber nach Abklingen des Durchfalls über Monate persistieren.

Erkrankungsverlauf
Akute Durchfallerkrankung über 7-14 Tage, meistens begleitet von Übelkeit, abdominellen Krämpfen und leichtem Fieber. Bei gesunden Erwachsenen ist die Erkrankung selbstlimitierend und es kommt in der Regel zu einer Spontanheilung. Bei Personen mit Immunschwäche sind die Verläufe oft schwerwiegender, mit länger andauernden (bei AIDS-Patienten meist chronischen) Durchfällen und Erregerausscheidung, schweren Krämpfen, erheblichem Gewichts- und Flüssigkeitsverlust sowie leichtem Fieber.

Therapie
Keine kausale Therapie, symptomatische Behandlung, Flüssigkeitsersatz. Rezidive sind möglich.

Prophylaxe
Sorgfältige Hygiene ist die effektivste Maßnahme. Im häuslichen Bereich betrifft dies insbesondere regelmäßiges Händewaschen vor der Zubereitung von Mahlzeiten und nach jedem Toilettengang. Erkrankte sollten den engen Kontakt mit Immungeschwächten und Säuglingen/Kindern meiden. Infizierte sollten bei bestehendem Durchfall sowie bis zwei Wochen nach Sistieren des Durchfalls keine öffentlichen Schwimmbäder besuchen. Kinder unter 6 Jahren mit Durchfall dürfen während der Erkrankung keine Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindertagesstätten) besuchen (§ 34 IfSG). Desinfektionsmittel sind nur begrenzt wirksam. Eine sichere Abtötung gelingt durch Erhitzen auf über 60 °C für mindestens 30 Minuten (z.B. Wäsche).

Meldepflicht
Werden Cryptosporidien bei einem Menschen nachgewiesen, so muss das Labor den Befund dem Gesundheitsamt namentlich melden (§ 7 IfSG). Der behandelnde Arzt ist nur dann zur Meldung verpflichtet, wenn er mindestens 2 Erkrankungsfälle feststellt, die miteinander in Verbindung gebracht werden können, oder wenn die betroffene Person im Lebensmittelbereich beschäftigt ist (§ 6 IfSG).

Stand: Januar 2016

Das Merkblatt Cryptosporidiose kann als PDF-Datei heruntergeladen werden

Cryptosporidiose

Cryptosporidiose

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Sylvia Olbrich

Nds. Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 4-6
30449 Hannover
Tel: 0511-4505-0

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