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Pocken

Was sind die Pocken?
Menschen-Pocken sind eine hochansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit ausgelöst durch das Variola-Virus. Die Erkrankung geht mit hohem Fieber und einem ganz typischen Hautausschlag mit Pusteln und Bläschen einher. In früheren Jahren sind ca. 30% der Erkrankten an den Folgen der Infektion verstorben. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch aber auch über den Kontakt mit Gegenständen und Kleidung eines Erkrankten.

Wo gibt es die Pocken?
Die Menschen-Pocken in ihrer Wildform sind seit 1979 ausgerottet. Das war nur möglich, weil der einzige natürliche Wirt der Mensch ist. Derzeit existieren offiziell noch in zwei von der WHO kontrollierten Laboren auf der Welt Pockenstämme, die für Forschungszwecke zurückbehalten wurden.

Wie kann man sich gegen Pocken schützen?
Schutz bietet nur die Impfung. Bis Mitter der 70er Jahre bestand auch in Deutschland eine Impfpflicht. Nach der Ausrottung der Pocken wurde die Impfung eingestellt, weil man die seltenen aber schwerwiegenden Komplikationen der Impfung nicht in Kauf nehmen wollte, ohne dass noch eine reale Ansteckungsgefahr besteht.

Wer ist noch geschützt?
Einen vollständigen Impfschutz hat vermutlich niemand mehr. Alle Menschen die älter als 38 Jahre sind, wurden in der Regel in ihrer Kindheit noch zweimal geimpft. Sie würden vermutlich erkranken und die Erkrankung übertragen können, aber die Sterblichkeit dürfte unter 30% liegen. Ähnlich ist die Situation für die Menschen zwischen 27 und 38 Jahren, die noch eine Impfung erhalten haben. Keinerlei Schutz hat die Bevölkerung unter 27 Jahren, also die jungen Menschen und die Kinder. Sie würden mit einer in früheren Jahren beobachteten Wahrscheinlichkeit von 30% versterben, wenn sie an Pocken erkranken.
Somit ist die Ansteckungs- und Erkrankungsgefahr bei einem Kontakt mit Pockenviren derzeit sehr hoch. Mit den Ereignissen des 11. September 2001 und in der Folge des Irak-Krieges ist die Angst vor einem bioterroristischen Angriff mit Pockenerregern gewachsen. Das hat dazu geführt, dass auf Initiative der Bundesregierung und des Robert-Koch-Instituts eine Bevorratung mit Pockenimpfstoff erfolgte, so dass die gesamte Bevölkerung innerhalb weniger Tage geimpft werden könnte. Diese Massenimpfung würde aber erst dann durchgeführt, wenn in der Bundesrepublik Menschen sicher an Pocken erkrankt sind. Derzeit werden auf vielen Ebenen und in vielen Ländern Vorbereitungen für eine Massenimpfung gegen Pocken getroffen

Warum führt man die Pockenschutzimpfung nicht wieder ein?
Die Pockenschutzimpfung hat in den Jahren ihrer Durchführung schwere Komplikationen und Nebenwirkungen verursacht. Besonders gefürchtet war die sogenannte Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns, die oft tödlich verlief oder zu schweren bleibenden Schäden führte. Sie trat bei ca. 1-4 Impflingen/ 1 Million Impfungen auf.
Da die Pocken ausgerottet sind, es derzeit also keine Pocken bzw. Pockenkranken mehr gibt. besteht auch keine Gefahr sich mit Pocken anzustecken. Aus diesem Grund führt man bei den zu erwartenden Nebenwirkungen derzeit keine Impfungen durch.

Vorbereitungen auf eine Massenimpfung der gesamten Bevölkerung gegen Pocken
Eine Massenimpfung der Bevölkerung erfordert vorab Planungen und Vorbereitung. Für die Vorbereitungen werden drei verschiedene Phasen unterschieden: Wir befinden und jetzt in Phase 1, in der nur wenige Menschen geimpft werden sollen, in der aber die Vorkehrungen für Phase 2 und 3 getroffen werden müssen, um für eine Massenimpfung der gesamten Bevölkerung gewappnet zu sein.

Phase

Pockenfälle Wer ist für die Impfung vorgesehen?
1 Kein Pockenfall Personal in Behandlungs- und Kompetenzzentren sowie in wenigen Hochsicherheitslabors, die als erste Kontakt mit einem Pockenverdachtsfall oder verdächtigem Material hätten
2 Erster Pockenfall weltweit Medizinisches Personal
Personal der Impfstellen
Ausgewählte Berufsgruppen
3 Erster Pockenfall in Deutschland

Überregionales Auftreten von einzelnen Pockenfällen in einem zeitlichen Zusammenhang
Riegelungsimpfung von Kontaktpersonen

Massenimpfung

Bei welchen Personen würde man eine Impfung aufgrund zu befürchtender höherer Nebenwirkungsraten abwägen?

  • Menschen mit einer akuten Erkrankung
  • Menschen, die bei einer früheren Pockenschutzimpfung Komplikationen hatten bzw. auf Bestandteile des Impfstoffs allergisch sind
  • Personen mit einer Immunschwäche (z.B. angeboren, nach einer Organtransplantation, durch bestimmte Medikamente wie der hochdosierten Kortikosteroideinnahme, AIDS-Patienten), Menschen die in den letzten 6 Monate eine Strahlentherapie oder Chemotherapie erhalten haben
  • Menschen mit Ekzemen der Haut z.B. atopische Dermatitis oder Neurodermitis, andere chronische Hauterkrankungen mit Bläschenbildung. Personen mit Schädigung der Hautbarriere z.B. durch eine Eiterflechte, eine Gürtelrose oder durch großflächige Verbrennungen
  • Personen mit bestimmten Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Multiple Sklerose, Epilepsie)
  • Personen mit schweren Organerkrankungen
  • Personen mit bestimmten Vorschädigungen / Erkrankungen des Herzens
  • Schwangere, Stillende und Personen mit engem Kontakt mit einer Schwangeren, einer Stillenden oder einem Kleinkind im 1. Lebensjahr

Detailliertere Informationen zur Erkrankung, sowie zur Impfung finden Sie im beigefügten Curriculum, welches für die Schulung von medizinischem Hilfspersonal erstellt wurde.
Beachten Sie hierzu bitte folgende Hinweise:

  • Alle Dateien des Fortbildungscurriculums können Sie als gepackte zip-Datei herunterladen. Entpacken Sie die darin enthaltenen Dateien bitte in ein neu angelegtes Verzeichnis auf Ihrem Computer:
  • Die Dateien sind untereinander verknüpft und können von zwei Zentraldateien aufgerufen werden.
  1. Gliederung FortbildungscurriculumSH.ppt
    Bitte rufen Sie diese Datei auf, um die PowerPoint-Präsentation des Fortbildungscurriculums zu starten. Wenn Sie auf einen Gliederungspunkt im Modus der Bildschirmpräsentation klicken, wird die entsprechende verknüpfte PowerPoint-, bzw. Acrobat Reader-Datei aufgerufen.
  2. Gliederung FortbildungscurriculumSH Word.doc
    Diese Datei enthält die ausführliche Gliederungsübersicht im Sinne eines Inhaltsverzeichnisses des Fortbildungscurriculums als Word-Datei und eine umfangreiche Liste mit ergänzenden Acrobat Reader-Dokumenten, die direkt aus dieser Datei, aber auch von den entsprechenden Folien der PowerPoint-Präsentation aufgerufen werden können.
  • Zum Betrachten der Dateien benötigen Sie die Software Microsoft Word, Microsoft PowerPoint, Adobe Acrobat Reader und einen Internetbrowser.


Pockenviren

Pockenviren (CDC/Dr. Fred Murphy)

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Elke Bruns-Philipps

Nds. Landesgesundheitsamt
Leiterin Abteilung 4 (Gesundheitsberichterstattung/EKN)
Roesebeckstr. 4-6
30449 Hannover
Tel: 0511-4505-0

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