Logo Niedersächsisches Landesgesundheitsamt klar

SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom)

Zusammenfassung aller wichtiger Maßnahmen

Ab Ende November 2002 kam es - vorerst unbemerkt von der Weltöffentlichkeit in einer südchinesischen Provinz zum gehäuften Auftreten von atypischen Pneumonien unklarer Genese mit oftmals tödlichem Verlauf. Eine bis dahin unbekannte Infektionskrankheit breitete sich zunächst über Südchina nach Vietnam und Hongkong aus. Sie wurde im Februar 2003 von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen und seitdem als Schweres akutes respiratorisches Syndrom (SARS) bezeichnet. Ab Februar 2003 kam es zu einer raschen weltweiten Ausbreitung der Erkrankung. Während der Epidemie von November 2002 bis Juli 2003 erkrankten mehr als 8.000 Personen in rund 30 Ländern auf 6 Kontinenten; 744 der Erkrankten starben. Die am stärksten betroffenen Länder bzw. Regionen waren China, Hongkong, Taiwan, Singapur, Hanoi in Vietnam und Toronto in Kanada.

Ein von der WHO zusammengestelltes internationales Netzwerk von Klinikern und Virologen untersuchte die Ursachen der Erkrankung. Am 16.04.2003 gab die WHO bekannt, dass es sich bei dem Erreger von SARS um ein neues Virus aus der Familie der Coronaviren (nähere Informationen unter Diagnostik am NLGA) handelt.
Die Mensch zu Mensch Übertragung von SARS erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (selten auch Schmierinfektion). Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankungsbeginn, beträgt ca. 2-7, maximal aber bis 10 Tage. Die Letalität ist abhängig vom Lebensalter und liegt bei etwa 11%. Bisher ist keine spezifische Therapie bekannt und eine sichere Schutzimpfung gibt es ebenfalls nicht.

Die möglichen Symptome von SARS sind Fieber über 38°C, in Kombination mit Husten, Myalgien (Muskelschmerzen), Atemnot oder Kurzatmigkeit.
In Deutschland waren im Jahr 2003 neun wahrscheinliche SARS-Fälle, wovon vier Patientenproben negativ und vier positiv waren. Eine Weiterverbreitung der Erkrankung innerhalb Deutschlands ist nicht aufgetreten.

Seit 2004 sind keine weiteren SARS Fälle weltweit berichtet worden. Es wird davon ausgegangen, dass der Erreger eradiziert wurde. Seit einigen Jahren ist jedoch ein anderes Coronavirus, das sog- MERS-Coronavirus, international für Krankheitsausbrüche verantwortlich.

SARS - Diagnostik am NLGA

Am 16. April 2003 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitgeteilt, dass ein neuer Erreger aus der Familie der Coronaviren als Ursache des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) gefunden wurde. Seitdem trägt die neue Variante die Bezeichnung SARS-Coronavirus (SARS-CoV).
Coronaviren können sowohl beim Menschen wie auch bei Tieren Infektionen auslösen. Gemeinsam ist allen Coronaviren der morphologische Aufbau und das große Genom aus Ribonukleinsäure. Während Coronavirusinfektionen im Tierreich große Bedeutung haben, sind die bisher bekannten menschenpathogenen Coronaviren lediglich Auslöser von banalen Erkältungskrankheiten der oberen Atemwege. Sie werden durch Tröpfcheninfektion übertragen Coronaviren und sind gegen Austrocknung sehr anfällig, d.h. an der Luft verlieren sie sehr schnell an Infektiosität.

Das NLGA führt in begründeten Verdachtsfällen eine real-time PCR-Diagnostik auf SARS-Viren durch.
Dieser Test basiert auf den vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg veröffentlichten DNA-Sequenzen und geht auf die Veröffentlichung von Drosten et al. zurück (Identification of a Novel Coronavirus in Patients with Severe Acute Respiratory Syndrome; The New England Journal of Medicine 2003; 348 (20): 1953-1966).
Eine telefonische Rücksprache und Beratung mit dem NLGA-Labor (0511/4505-201) vor einer etwaigen Probenzusendung ist unbedingt erforderlich. Dringende Anfragen außerhalb der Dienstzeiten können unter der Telefonnummer 0160 1603130 gestellt werden.

Mit Hilfe der PCR Methode (Polymerase Chain Reaction) können geringste Mengen genetischen Materials von SARS Viren aus verschiedenen Materialien nachgewiesen werden:

  • Sputum (wenn produziert, aber kein Speichel)
  • Nasen- Rachenspülwasser
  • Rachenabstrich, unbedingt aus dem hinteren Rachenbereich (Abstrichtupfer in 0,3% NaCl bzw. Transportmedium)
  • Stuhl
Ein positives Testergebnis besagt, dass ein Patient, bei dem ein SARS Verdacht besteht, mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem SARS-Virus infiziert ist oder vor kurzem infiziert wurde.

Ein negatives Testergebnis bedeutet aber nicht, dass der Patient kein SARS hat oder haben könnte. Es gibt mehrere Gründe, wieso bei einem Patienten mit SARS-Verdacht der Test negativ ausfallen kann, z.B.:
  • Der Patient ist nicht mit dem SARS-Virus infiziert und die Symptome wurden durch einen anderen Erreger ausgelöst.
  • Die Probenentnahme wurde zu einem Zeitpunkt durchgeführt, an dem nicht ausreichend Erreger bzw. deren genetisches Material vorhanden war.
Es ist nicht sinnvoll, den verfügbaren Test für ein routinemäßiges Screening bei symptomfreien Personen anzuwenden, um so eine Infektion mit dem SARS Virus ausschließen zu wollen. Ein negatives Testergebnis kann, wie oben beschrieben, mehrere Ursachen haben.
SARS-Viren

SARS-Viren (CDC/Dr. Mary Ng Mah Lee, National University of Singapore, Singapore)

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Masyar Monazahian

Nds. Landesgesundheitsamt
Roesebeckstr. 4-6
30449 Hannover
Tel: 0511-4505-0

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln