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Informationen zu Erkrankungen und Impfungen

Übersicht

Rotavirus
Erkrankung

Rotaviren können bei Menschen heftige Durchfälle verursachen. Sie gehen häufig mit starken Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber einher. 90% aller Kinder erkranken in den ersten drei Lebensjahren. Vor allem Säuglinge und kleine Kinder können durch die Infektion aufgrund von Erbrechen und Durchfall in einen bedrohlichen Flüssigkeitsmangel geraten. In Deutschland müssen jährlich ca. 20.000 Kinder aufgrund einer Infektion mit Rotaviren im Krankenhaus behandelt werden.
Impfung
Es stehen zwei unterschiedliche Schluckimpfstoffe zur Verfügung. Dabei handelt es sich um sog. Lebendimpfstoffe, d. h. die Impfstoffe enthalten abgeschwächte, noch vermehrungsfähige Impfviren, die das körpereigene Abwehrsystem stimulieren, aber keine Erkrankung mehr auslösen können. Die Impfung muss je nach Impfstoff zwei- bzw. dreimal mit einem Mindestabstand von vier Wochen verabreicht werden. Die Impfung sollte im Alter von 6 bis 12 Wochen begonnen werden und bis zum Alter von 16 bzw. 22 Wochen abgeschlossen sein. Auch für Frühgeborene und andere reifgeborene, aber stationär versorgte Säunglinge ist die Impfung entsprechend ihres chronologischen Alters empfholen.
Bei Säuglingen mit akutem Durchfall oder Erbrechen sollte die Impfung verschoben werden. Säuglinge mit einer bekannten oder vermuteten Immunschwäche oder einer HIV Infektion sollten nicht geimpft werden.
Um den Impferfolg durch mütterliche Antikörper in der Muttermilch nicht zu gefährden, sollte möglichst eine Stunde vor und nach der Impfung auf das Stillen verzichtet werden.

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Tetanus (Wundstarrkrampf)
Erkrankung

Tetanus ist eine lebensgefährliche Infektionskrankheit für Menschen jeden Alters. Die Krankheitserreger (Tetanusbakterien) befinden sich vor allem in der Erde und im Staub und gelangen bei Verletzungen (z. B. Schürfungen, Holzsplitterverletzungen) in die Wunde. Die Bakterien produzieren Giftstoffe, die das Nervensystem schädigen und zu schweren Krämpfen u. a. der Atemmuskulatur führen. Da es keine ursächliche Behandlung der Erkrankung gibt, versterben auch heute noch mehr als 30% der Erkrankten an Tetanus.
Impfung
Die Grundimmunisierung besteht aus mehreren Impfungen und wird normalerweise bereits im Säuglings- und Kleinkindesalter in Kombination mit anderen Impfstoffen durchgeführt und im Alter von 6 Jahren erstmalig aufgefrischt.
Im Erwachsenenalter sollte dann alle zehn Jahre eine Auffrischungsimpfung als Kombinationsimpfung mit Diphtherie erfolgen. Die nächste fällige Tetanus-Diphtherieimpfung sollte dabei zunächst einmalig als Tetanus-Diphtherie-Keuchhusten-Kombinationsimpfung erfolgen, ggf. auch mit Kinderlähmung zusammen. Liegt die letzte Impfung bereits länger als zehn Jahre zurück, reicht bei abgeschlossener Grundimmunisierung trotzdem eine einzige Auffrischungsimpfung, um den Impfschutz zu gewährleisten.

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Diphterie
Erkrankung

Diphtherie ist eine lebensgefährliche, hochansteckende Erkrankung der oberen Atemwege. Sie wird durch das Gift der Diphtheriebakterien hervorgerufen. Die Erkrankung zeigt sich durch starke Rötung und Schwellung im Rachenbereich sowie eitrigen Belägen der Rachenmandeln und des gesamten Halsbereiches. Die Infizierten bekommen kaum noch Luft, so dass eine Erstickung droht. Durch die von den Diphtheriebakterien gebildeten Giftstoffe können auch schwere Schäden am Herzen, an den Nieren und am Nervensystem verursacht werden. Die Ansteckung erfolgt über Atemtröpfchen von Erkrankten aber auch von gesunden Bakterienträgern. Auch wenn die Erkrankung in Deutschland wegen der seit vielen Jahrzehnten durchgeführten generellen Diphtherieimpfung bei Kindern und Erwachsenen nur noch sehr selten vorkommt, kann die Infektion wegen des sehr häufigen Auftretens in anderen Ländern (in Indien erkranken jährlich ca. 20.000 Menschen) immer wieder nach Deutschland eingeschleppt werden.
Impfung
Die Diphtherieimpfung ist der sicherste und beste Schutz vor einer Diphtherieinfektion. Sie wird in der Regel in Kombination mit anderen Impfstoffen durchgeführt. Die Grundimpfung muss drei- bis viermal, je nach Art der verwendeten Impfstoffkombination, durchgeführt werden. Eine Auffrischungsimpfung sollte alle 10 Jahre erfolgen.

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Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Erkrankung

Die Kinderlähmung ist eine sehr schwere Viruserkrankung, bei der die Nervenzellen des Rückenmarks zerstört werden. Als Folge davon können Lähmungen der gesamten Muskulatur, vor allem aber der Arme, der Beine und der Atemmuskulatur auftreten. Die Erkrankung kann auch heute noch nicht ursächlich behandelt und geheilt werden.
Die Kinderlähmung tritt in Deutschland und Europa nicht mehr auf. Polioviren können aber jederzeit aus anderen Ländern, z. B. Pakistan, Afghanistan oder einigen afrikanischen Ländern nach Deutschland eingeschleppt werden und nichtgeimpfte Personen befallen.
Impfung
Zur Grundimmunisierung sind mehrere Injektionen (meist 4, dies hängt aber vom verwendeten Impfstoff ab) erforderlich, die in der Regel in Kombination mit anderen Impfungen verabreicht werden. Im Jugendalter (9-17 Jahre) muss für einen vollständigen Impfschutz eine Auffrischimpfung durchgeführt werden.
Fehlende Impfungen sollten nachgeholt werden. Eine regelmäßige Auffrischungsimpfung nach zehn Jahren ist jedoch nicht mehr routinemäßig erforderlich, wird aber für bestimmte Fernreisen empfohlen. Auch hier kann die Auffrischung in Kombination z. B. mit Tetanus und/oder Diphtherie durchgeführt werden.

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Keuchhusten (Pertussis)
Erkrankung

Keuchhusten ist eine durch Bakterien ausgelöste, hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die nicht nur Kinder betreffen kann. Während des meist mehrwöchigen Krankheitsverlaufes kommt es bei den Erkrankten vor allem nachts zu zahlreichen, heftigen und krampfartigen Hustenanfällen. Sie sind meistens mit Erbrechen und Atemnot verbunden. Bei Säuglingen können diese Hustenanfälle gänzlich fehlen, stattdessen kann es zu einem plötzlichen Atemstillstand kommen. Nicht selten tritt eine begleitende Lungenentzündung auf; auch eine Mittelohrentzündung und Krampfanfälle sind möglich. Eine ursächliche Therapie ist nur im Anfangsstadium möglich. Erwachsene, die in engem Kontakt mit Säuglingen stehen (Eltern, Großeltern, Kinderbetreuerinnen aber auch Erwachsene mit Kinderwunsch) sollten frühzeitig gegen Keuchhusten geimpft werden.
Impfung
Die Impfung wird in Kombination mit anderen Impfstoffen mehrmals durchgeführt. Eine Auffrischungsimpfung wird im 5. bis 6. Lebensjahr sowie bei Jugendlichen empfohlen. Bei Erwachsen erfolgt die Impfung derzeit einmalig als Kombinationsimpfung z. B. mit Tetanus und Diphtherie.

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Masern
Erkrankung

Das Masernvirus wird sehr leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Es verursacht eine häufig schwer verlaufende Erkrankung mit hohem Fieber, Husten, Entzündung der Augen und einem typischen Hautausschlag. Die Erkrankung dauert mindestens zwei Wochen. Gefürchtet sind vor allem die Komplikationen der Erkrankung: Bei einem von 500 an Masern erkrankten Patienten tritt eine Hirnentzündung auf. Sie verläuft oft tödlich oder hinterlässt bleibende Hirnschäden. Aber auch Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Hörverlust und Sehstörungen können auftreten. Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist der Krankheitsverlauf oft besonders dramatisch. Sehr selten (7 - 11 Fälle pro 100.000 Erkrankungen) treten noch Jahre nach einer durchgemachten Infektion Spätfolgen in Form von schweren neurologischen Störungen auf, deren Prognose meist sehr schlecht ist (Subakute sklerosierende Panenzephalitis).
Impfung
Die Impfung gegen Masern wird praktisch immer kombiniert mit einer Impfung gegen Mumps und Röteln (MMR-Impfung) und seit neuestem auch gegen Windpocken (MMRV-Impfung). Sie erfolgt ab dem 9. bis 12. Lebensmonat zweimal mit mindestens vier Wochen Abstand. Durch die zweimalige Impfung ist ein sehr guter und lebenslanger Schutz gewährleistet. Fehlende Impfungen können im Jugend- und Erwachsenenalter nachgeholt werden. Neu hervorzuheben ist, dass alle nach 1970 geborenen Personen, die keine Masernerkrankung durchgemacht haben, bei unklarem Impfstatus oder wenn sie nur eine Impfung in der Kindheit erhalten haben, eine weitere MMR-Impfung erhalten sollten. Als Nebenwirkung können ein leichtes Brennen sowie eine Rötung an der Impfstelle auftreten. Etwa sechs bis zehn Tage nach der Impfung tritt nicht selten eine kurzdauernde Temperaturerhöhung für ein bis zwei Tage auf. Andere Impfreaktionen, wie leichter Hautausschlag (sogenannte Impfmasern), Lymphknotenschwellungen oder eine mumpsähnliche Schwellung der Speicheldrüsen sind sehr selten und nur vorübergehend. Bei stärkerem Fieber sollten nach Anweisung des Arztes z. B. Fieberzäpfchen gegeben werden. Komplikationen wie z. B. Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie, 1:40.000) und die möglicherweise durch Masernimpfung ausgelöste Entzündung des Gehirns (Masernenzephalitis) werden in weniger als 1:1.000.000 beobachtet.

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Mumps
Erkrankung

Mumps geht mit Fieber, Kopfschmerzen und einer Schwellung der Ohrspeicheldrüse einher. Nicht selten tritt gleichzeitig eine Entzündung der Hirnhäute und gelegentlich auch des Gehirns auf. Eine zwar seltene, aber typische Komplikation bei Mumps ist eine Verminderung oder sogar Verlust des Hörvermögens. Bei Jungen und erwachsenen Männern ist eine Entzündung der Hoden mit nachfolgender Unfruchtbarkeit möglich. Eine Langzeitfolge kann auch ein Diabetes (Zuckerkrankheit) sein.
Impfung
Die Mumpsimpfung wird meistens mit der Impfung gegen Masern, Röteln und Windpocken durchgeführt. Reaktionen und Impfschutz siehe oben.

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Röteln
Erkrankung

Es handelt sich bei Röteln um eine meist leicht verlaufende Viruserkrankung, die mit Fieber, Hautausschlag und Lymphknotenschwellung einhergeht. Während die Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen in der Regel harmlos ist, kann es bei Schwangeren zur Übertragung der Viren auf das ungeborene Kind kommen. Vor allem in der ersten Schwangerschaftshälfte können schwere Missbildungen an Auge, Ohr, am Herzen und am Gehirn des ungeborenen Kindes entstehen mit der Folge einer lebenslangen Behinderung.
Impfung
Die Rötelnimpfung wird meistens gemeinsam mit der Impfung gegen Masern, Mumps und Windpocken durchgeführt. Alle Frauen im gebärfähigen Alter sollten zweimal mit einem MMR-Impfstoff geimpft sein. Entsprechende Nachholimpungen sollten durchgeführt werden. In sehr seltenen Fällen kann es nach der Impfung vorübergehend zu Gelenkbeschwerden kommen.

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Haemophilus influenzae Typ B
Erkrankung

Haemophilus influenzae Typ B (HiB) ist ein Bakterium, das bei Kindern lebensgefährliche, entzündliche Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, z. B. Kehldeckelentzündung oder auch eine Hirnhautentzündung hervorrufen kann. Trotz Behandlungsmöglichkeit können Hörschäden und Entwicklungsstörungen zurückbleiben. Manchmal endet die Infektion auch tödlich. Schwere HiB-Infektionen kommen am häufigsten in den ersten fünf Lebensjahren vor.
Impfung
Seit 1990 wird daher für alle Kleinkinder eine Impfung empfohlen. Normalerweise findet die Grundimmunisierung zusammen mit den anderen Standardimpfungen als Sechsfachimpfung statt und beginnt im dritten Lebensmonat. Insgesamt wird viermalig geimpft. Der Impfschutz ist sehr zuverlässig und generelle Auffrischungsimpfungen sind nicht erforderlich, da nach dem fünften Lebensjahr HiB-Infektionen selten auftreten.

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Meningokokken
Erkrankung

Meningokokken sind Bakterien, die eine gefährliche Hirnhautentzündung hervorrufen können. Die Erreger werden durch Tröpfcheninfektion übertragen, z. B. beim Husten, Niesen oder Sprechen. Die Erkrankung kann sich mit hohem Fieber, kleinen Hautblutungen, starken Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit äußern.
Weltweit gibt es verschiedene Meningokokkengruppen (A, B, C, W, Y). In Deutschland treten überwiegend Erkrankungen mit Meningokokken der Gruppen B und C auf. Besonders betroffen von einer Erkrankung sind Kleinkinder und Jugendliche. Obwohl die erkannte Infektion gut behandelbar ist, versterben trotz intensivmedizinischer Betreuung ca. 10% der Erkrankten und 10-20% tragen unheilbare Spätfolgen davon.

Impfung

Eine Impfung gegen Meningokokken C wird für alle Kinder im 2. Lebensjahr zum frühestmöglichen Zeitpunkt empfohlen. Die Impfung erfolgt einmalig. Eine fehlende Impfung soll bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Für gesundheitlich besonders gefährdete Kinder (z.B. bei angeborenen oder erworbenen Immundefekten, bei Fehlen der Milz) wird eine Impfung mit einem Vierfachimpfstoff empfohlen, der gegen weitere Meningokokken wirksam ist (Gruppe A, C, W, Y). Dieser wird auch für Reisen in Länder mit erhöhtem Meningitis Risiko empfohlen.
Gegen Meningokokken der Gruppe B sind in Deutschland zwei Impfstoffe verfügbar. Die Impfung wird zurzeit von der STIKO nicht generell, sondern nur für Personen mit besonderen Grundkrankheiten oder im Falle von Erkrankungshäufungen empfohlen. Die Entscheidung füreine Impfung sollte nach individueller Risikoabschätzung von der Ärztin/dem Arzt getroffen werden.

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Pneumokokken
Erkrankung

Pneumokokken sind weit verbreitete Bakterien, von denen mehr als 80 verschiedene Typen bekannt sind. Sie halten sich bei vielen Menschen im Nasen- und Rachenbereich auf und können durch Sprechen, Husten oder Niesen auf andere übertragen werden. Pneumokokken können verschiedene Erkrankungen auslösen wie z. B. Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder Mittelohrentzündung sowie eine "Blutvergiftung". Bei jungen gesunden Menschen verlaufen die Erkrankungen in der Regel ohne Komplikationen. Für ältere Menschen sowie für Erwachsene und Kinder mit Vorerkrankungen oder Abwehrschwäche kann die Erkrankung tödlich verlaufen.
Impfung
Seit Juli 2006 wird die Pneumokokkenimpfung für alle Kinder bis 24 Monate empfohlen. Säuglinge erhalten eine Impfung mir 2 und 4 Lebensmonaten woei eine dritte Impfung mit 11 bis 14 Monaten. Frühgeborene erhalten eine zusätzlliche Impfung im Alter von 3 Monaten. Geimpft wird mit einem für diese Altersgruppe entwickelten Impfstoff. Für Personen jenseits des 60. Lebensjahrews wird die Impfung wird generell als Standardimpfung einmalig empfohlen, ebenso für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines chronischen Grundleidens wie z. B. Diabetes, Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD), Herzkreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie Anfallsleiden.

Eine weitere Impfung mit dem gleichen oder einem anderen Pneumokokkenimpfstoff kann in besonderen Situationen in Erwägung gezogen werdden, z. B. bei Immundefekten, fehlender Milz oder chronischer Nierenkrankeit.

Als mögliche Nebenwirkungen können Lokalreaktionen sowie Fieber auftreten.

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Hepatitis B
Erkrankung

Die Hepatitis B ist eine infektiöse Leberentzündung. Die Übertragung erfolgt durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten eines mit Hepatitis B-Virus infizierten Menschen. Viele Infizierte sind über Jahre hindurch gesund und wissen nichts von einer Infektion. Besonders wichtig ist, dass das Hepatitis B-Virus auch durch Geschlechtsverkehr übertragen werden kann. Auch die Übertragung von einer infizierten Mutter auf ihr Kind ist während der Geburt möglich.
Besonders gefürchtet ist die chronische Leberentzündung, die in eine Leberverhärtung oder in Leberkrebs übergehen kann. Sie führt in den meisten Fällen zum Tode. In Deutschland sind etwa 0,4 bis 0,7 % der Bevölkerung chronisch infiziert. Der einzig sichere Schutz vor Ansteckung ist die rechtzeitig durchgeführte Impfung gegen Hepatitis B.
Impfung
Die Hepatitis B-Impfung muss dreimal vorgenommen werden. Der Impfschutz dauert über viele Jahre an. Nach derzeitigen Erkenntnissen ist eine generelle Auffrischungsimpfung nach 10 Jahren nicht erforderlich. Bei gesundheitlicher Gefährdung oder erhöhtem Infektionsrisiko sollten Kinder und Jugendliche eine Auffrischimpfung erhalten mit anschließender Kontrolle des Impferfolges.

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Windpocken (Varizellen)
Erkrankung

Bei Windpocken handelt es sich um eine Viruserkrankung. Die Übertragung erfolgt als Tröpfcheninfektion. Dabei können relativ große Strecken überwunden werden, wie der Name „Wind"-Pocken bereits andeutet. Die Erkrankung beginnt ca.14 bis 16 Tage nach der Ansteckung mit leichter Temperaturerhöhung und zahlreichen kleinen roten Flecken. Schon bald entstehen kleine Bläschen und während die ersten eintrocknen und unter Schorfbildung abheilen, entstehen immer wieder neue Flecken und Bläschen („Sternenhimmel"). Die behaarte Kopfhaut sowie die Schleimhäute können befallen sein. Bei ca. 5% der erkrankten Kinder und Jugendlichen kommt es zum Teil zu erheblichen Komplikationen des Nervensystems.
Die Impfung gegen Windpocken im frühen Kindesalter kann die im Alter häufig auftretende Gürtelrose (Herpes zoster) in der Häufigkeit wahrscheinlich vermindern.
Impfung
Die 1. Impfung wird in der Regel im Alter von 11 bis 14 Lebensmonaten duchgeführt, entweder zeitgleich mit der 1. MMR-Impfung oder frühestens 4 Wochen nach dieser. Es steht mittlerweile auch ein MMR-Varizellen-Kombinationsimpfstoff zur Verfügung. Für die erste Impfung gegen Varizellen sollte jedoch die gleichzeitige Gabe von Varizellen-Impfstoff und MMR-Impfstoff an verschiedenen Körperstellen bevorzugt werden, da nach der Gabe des MMRV-Kombinationsimpfstoffes ein leicht erhöhtes Risiko von Fieberkrämpfen 5-12 Tage nach Gabe der Impfung besteht. Die 2. Impfung gegen Varizellen sollte im Alter von 15 bis 23 Monaten mit einem MMRV-Kombinationsimpfstoff erfolgen. Der Mindestabstand zwischen zwei Dosen Varizellen- bzw. MMR-Varizellen-Impfstoff sollte 4-6 Wochen betragen in Abhängigkeit des verwendeten Impfstoffes. Ungeimpfte Kinder, Jugendliche und Frauen im gebärfähigen Alter, die bisher keine Windpocken durchgemacht haben, sollten zweimalig nach Angaben des Impfstoffherstellers geimpft werden. Bei Kindern, Jugendlichen und Frauen im gebärfähigen Alter, die bisher nur eine Varizellenimpfung erhalten haben, sollte eine zweite Impfung erfolgen.
Die nach der Impfung beobachteten Nebenwirkungen sind in allen Altersgruppen gering. Sie entsprechen einer abgeschwächten Verlaufsform der Windpockeninfektion mit bläschenförmigem Hautausschlag und leichter Temperaturerhöhung.

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Influenza (Grippe)
Erkrankung

Die saisonale Grippe ist eine akute durch verschiedene Grippeviren verursachte Erkrankung, die durch Tröpfchen z.B. beim Niesen oder Husten aber auch über die Hände als Kontakt-bzw. Schmierinfektion weiterverbreitet wird. Die Krankheitssymptome werden von plötzlich beginnendem hohen Fieber, Kopf-Muskel-und Gliederschmerzen bestimmt. In einigen Fällen kann die Erkrankung einen wochenlangen Verlauf nehmen. In Deutschland versterben jedes Jahr mehrere tausend Menschen an den direkten und indirekten Folgen einer Influenzaerkrankung, darunter auch Kinder. Sie ist damit - im Gegensatz zu den häufig auftretenden, banalen Erkältungskrankheiten - eine ernstzunehmende Erkrankung.

Impfung
Die Impfung sollte jährlich vorzugsweise in den Monaten Oktober und November vorgenommen werden, damit der Impfschutz bei Einsetzen der Grippewelle aufgebaut ist. Da die Schutzdauer nur 8 - 12 Monate beträgt, ist eine jährliche Wiederimpfung empfohlen.
Die STIKO empfiehlt die Grippeimpfung nicht generell für alle Kinder, sondern nur für die Kinder, bei denen aufgrund einer Vorerkrankung eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung besteht. In Niedersachsen ist, vor dem Hintergrund von Entschädigungsleistungen im Falle eines Impfschadens, die Grippeimpfung seit 2004 ab dem sechsten Lebensmonat öffentlich empfohlen. Die fachliche Einschätzung der STIKO wird davon aber nicht berührt.

Es stehen verschiedene Grippeimpfstoffe zur Verfügung, die eine gleichwertige Wirksamkeit aufweisen: inaktivierte Impfstoffe, die als Spritze verabreicht werden und seit 2013 ein Lebendimpfstoff (LAIV), der als Nasenspray in beide Nasenlöcher gesprüht wird. Welcher Impfstoff sinnvoll ist, sollte mit der Ärztin/dem Arzt besprochen werden.

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Humane Papillomviren (HPV)


Erkrankung

Papillomviren sind weltweit verbreitet. Ihre Übertragung erfolgt überwiegend beim Geschlechtsverkehr, aber auch durch Hautkontakte, verunreinigte Gegenstände und auch bei der Geburt. Über 70% aller sexuell aktiven Frauen und Männer durchlaufen mindestens einmal im Leben eine Infektion. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 18. und 24. Lebensjahr. In vielen Fällen führt die Infektion mit HPV nicht direkt zu einer Erkrankung, sondern es kommt zu Veränderungen der Haut und Schleimhaut insbesondere im Anal- und Genitalbereich. Diese Veränderungen können sich zu Krebsvorstufen weiterentwickeln, und führen unbehandelt zu Krebserkrankungen der betroffenen Organe. Darüber hinaus verursachen die Viren sowohl Haut- als auch Genitalwarzen.

Impfung
Zur Vorbeugung von Infektionen durch menschliche Papillomviren empfiehlt die Ständige Impfkommission die HPV-Impfung für alle Mädchen im Alter von 9 - 13 bzw. 9 - 14 Jahren (je nach verwendetem Impfstoff) mit 2 Impfungen im Abstand von 6 Monaten. Müssen Impfungen bei Mädchen, die älter sind als 13 bzw. 14 Jahre, nachgeholt werden, ist eine 3. Impfung erforderlich. Dies gilt ebenfalls, wenn der Impfabstand zwischen 1. und 2. Impfung kürzer ist als 6 Monate. Da der hauptsächliche Übertragungsweg für HPV-Infektionen am Gebärmutterhals Sexualkontakte sind, sollte die Impfserie vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein.

Die Frage der Notwendigkeit einer Wiederimpfung kann derzeit noch nicht sicher beantwortet werden. Aktuell durchgeführte Analysen geben keine Hinweise für ein Nachlassen der Schutzwirkung durch die Impfung.

Die zur Verfügung stehenden Impfstoffe schützen jedoch nicht gegen alle möglicherweise krebsauslösenden HPV-Typen. Deshalb sollten die Krebsvorsorgeuntersuchungen unverändert in Anspruch genommen werden.


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Ausschnitt aus der Titelseite eines Impfausweises. Den Impfausweis gibt es auch in anderen Farben.

Ausschnitt aus der Titelseite eines Impfausweises.

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Heike-Susanne Dräger-Hoppe

Nds. Landesgesundheitsamt
Impfen/ Reisemedizinische Sprechstunde
Roesebeckstr.4-6
30449 Hannover
Tel: 0511-4505-0

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