Anfragen zu regionalen Krebshäufungen | Nds. Landesgesundheitsamt
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Anfragen zu regionalen Krebshäufungen

Wie häufig sind Krebserkrankungen?
Krebserkrankungen sind häufiger als in der Öffentlichkeit allgemein angenommen. Deutschlandweit treten jährlich etwa 600 neue Fälle pro 100.000 Einwohner auf. Das bedeutet, dass man für eine Ortschaft mit 1000 Einwohnern über die 10 Jahre ca. 50 Krebsneuerkrankungen erwarten würde, sofern die Altersstruktur ungefähr dem Landesdurchschnitt entspricht. Bei einer älteren Bevölkerung würde man sogar noch mehr Neuerkrankungen erwarten müssen. Schließlich erkrankt in Deutschland jeder Zweite bis Dritte im Laufe seines Lebens an Krebs, jeder Vierte bis Fünfte stirbt daran.
Die steigende Anzahl an Krebserkrankungen ist vor allem in der zunehmenden Alterung der Gesellschaft begründet. Gerade in Wohngebieten mit ähnlicher Altersstruktur der Wohnbevölkerung wie z.B. früheren Neubaugebieten entsteht dadurch, dass viele Bewohner zeitgleich ein Alter mit erhöhtem Krebsrisiko erreichen, der Eindruck einer auffälligen Krebshäufung.

Kennzeichen von Krebsursachen
„Krebs" wird zwar häufig als eine Erkrankung angesehen, ist jedoch eine Gruppe von über einhundert verschiedenen Erkrankungen, die sich sehr stark in ihren Ursachen und Verläufen unterscheiden. Auch der Kenntnisstand zur Entstehung der einzelnen Krebserkrankungen und ihrer vermuteten oder nachgewiesenen Risiken ist sehr verschieden.
Krebserkrankungen sind meist durch mehrere Faktoren bedingt: Als wesentlicher Faktor für eine Krebsentstehung wird neben dem Alter und Disposition (Anfälligkeit) des Einzelnen vor allem das individuelle Verhalten wie etwa das Rauchverhalten gesehen. Umweltfaktoren werden insgesamt betrachtet nur einem geringen Anteil der Krebserkrankungen zugeordnet.
Krebserkrankungen entstehen häufig bereits viele Jahre vor ihrer Diagnose. Kürzlich aufgetretene Expositionen (z. B. Passivrauchen, Asbestfreisetzung) würden sich je nach spezifischer Krebserkrankung meist erst Jahre bis Jahrzehnte später in den Erkrankungsraten niederschlagen.

Bei einem Verdacht auf eine auffällige Krebshäufung
Bei einem Verdacht auf eine auffällige Krebshäufung ist Ihre erste Ansprechpartnerin die kommunale Gesundheitsbehörde in Ihrem Landkreis, da diese am besten auf die regionalen Gegebenheiten eingehen kann.

Allgemeine Informationen zum Vorgehen bei einem begründeten Anfangsverdacht sowie Untersuchungsberichte finden Sie unter Umweltmedizin > Umweltepidemiologie > Krebsclusteruntersuchungen, weitere Sonderauswertungen auf der Internetseite der Registerstelle des EKN.

Jahresbericht der Registerstelle des EKN
Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Bernhilde Deitermann

Nds. Landesgesundheitsamt
Vertrauensstelle EKN
Andreaestr. 7
30159 Hannover

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