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Wann muss gemeldet werden?

Bei der Feststellung einer Tumorerkrankung:

Die Meldepflicht für Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte wird durch die Feststellung oder die Behandlung von Tumorerkrankungen ausgelöst. Feststellungen in diesem Sinne sind Diagnosen nach patho-histologischen Methoden; die Meldepflicht wird jedoch auch bei Diagnosen ausgelöst, die aufgrund der klinischen Untersuchung, bildgebender Verfahren und/oder Laborbefunden gestellt werden, wenn keine histologische Sicherung vorgenommen wird bzw. werden kann (z. B. bei bestimmten Hirntumoren, auf Wunsch der Betroffenen oder bei schlechtem Allgemeinzustand der Betroffenen). Ärztinnen oder Ärzte, die Befunde zu einer Diagnose zusammenfassen und diese mit den Betroffenen besprechen, müssen die Tumorerkrankung an das EKN melden.
Auch bei Feststellung eines Rezidivs oder einer Metastasierung im Verlauf muss diese Erkrankung dem Krebsregister gemeldet werden, sofern die Einrichtung die Primärerkrankung noch nie gemeldet hat.
Ein Verdacht auf eine Tumorerkrankung mit anschließender Überweisung zur weiteren Abklärung an andere Stellen löst keine Meldepflicht aus, ebenso wenig eine rein anamnestisch bekannt gewordene Tumorerkrankung.


Bei der Behandlung einer Tumorerkrankung:

Mit der Behandlung einer Tumorerkrankung ist insbesondere die tumorspezifische Behandlung z. B. durch Operation, Chemo- und/oder Radiotherapie, Immuntherapie oder antihormonelle Therapie gemeint. Ebenso fällt unter die Meldepflicht, wenn primär palliativ behandelt wird, auch wenn z. B. aufgrund der Begleitumstände auf eine weitere Diagnostik (z. B. histologische Sicherung) verzichtet wird. Werden Patientinnen und Patienten nach Diagnose und tumorspezifischer Therapie im weiteren Verlauf ihrer Erkrankung in eine palliativ-medizinische Behandlung übernommen, dann löst diese palliativ-medizinische Behandlung jedoch keine Meldepflicht aus.
Es wird ebenfalls keine Meldepflicht ausgelöst bei Blutbildkontrollen, Behandlung von Begleitsymptomen oder unerwünschten Wirkungen z. B. im Rahmen der hausärztlichen Versorgung, sowie bei Nachsorgeuntersuchungen, wenn nicht gleichzeitig eine tumorspezifische Behandlung durchgeführt wird/wurde.

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