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Antibiotika-Resistenz-Monitoring in Niedersachsen (ARMIN)

Allgemeines
Teilnehmende Labore
Basisdaten
Datenauswertung
Hinweis zu den Resistenzdaten für das Jahr 2019

Allgemeines

Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) verfolgt mit dem Antibiotika-Resistenz-Monitoring in Niedersachsen (ARMIN) seit 2006 die Resistenzentwicklung bakterieller Infektionserreger speziell in Niedersachsen. Dazu werden Ergebnisse der Resistenztestungen genutzt, die standardmäßig bei mikrobiologischen Untersuchungen durchgeführt werden. Ziel ist es, die Resistenzentwicklung im stationären und ambulanten Bereich systematisch zu erfassen und damit ein langfristiges Monitoring mit regionalen Auswertungen möglich zu machen.

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Teilnehmende Labore
ARMIN ist ein Sentinelsystem. Die Daten stammen von 15 mikrobiologischen Laboren aus Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern, die sich bereit erklärt haben, an diesem Labornetzwerk teilzunehmen.

Die teilnehmenden Labore sind:

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Laborstandorte
Standorte der beteiligten Labore & Grenzen der 2-stelligen Postleitzahlgebiete.


Basisdaten
Die an ARMIN teilnehmenden Labore übermitteln die interpretierten Ergebnisse (sensibel, intermediär, resistent) der validierten Befunde auf deren Basis im klinischen Alltag therapiert wurde. Die Labore arbeiten nach den Grenzwertnormen? EUCAST oder CLSI für die Bewertung der in vitro gemessenen minimalen Hemmkonzentration (MHK) oder der Hemmhofgrößen (Agardiffusion). Unterschieden werden die übermittelten Daten nach ihrer Herkunft aus dem ambulanten oder stationären Versorgungsbereich. In der derzeitigen Auswertung sind für den stationären Versorgungsbereich die Daten der Normal- und Intensivstation zusammengefasst.

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Datenauswertung

Für die jeweils ausgewählte Erreger-Wirkstoff-Kombination wird der Resistenzwert ermittelt, indem der Anteil der als resistent interpretierten Testergebnisse an allen übermittelten Testergebnissen der ausgewählten Erreger-Antibiotika-Kombinationen bestimmt wird.

Festgelegt wurde für die Datenauswertungen außerdem:

  • Wiederholte Isolierungen desselben Bakterienstammes (copy strain) werden nicht berücksichtigt. Als copy strain wurden - unabhängig von der Lokalisation - bei jeder Auswertung 90 Tage pro Patient festgelegt.
  • Lag die Gesamtzahl der Isolate aus allen Laboren, die auf ein bestimmtes Antibiotikum getestet wurden <50/Jahr, wurde für das betreffende Jahr kein Resistenzanteil des jeweiligen Antibiotikums berechnet.
  • Screening-Materialien wurden für die Berechnung der Resistenzen ausgeschlossen, soweit eine Kennzeichnung durch die Labore dies ermöglichte.
  • Da bei nicht invasiven Infektionen eine Differenzierung der Enterokokkenspezies oft nur bei einem auffälligen Resistenzprofil erfolgt, und es demzufolge zu einer Verzerrung des Resistenzanteils kommt, werden für E. faecium nur die Ergebnisse aus Blutkulturen in die Auswertung einbezogen.
  • Für die Berechnung der Resistenzraten wurden einige Wirkstoffe zusammengefasst:
    Tetrazyklin = Doxyzyklin; Ampicillin = Amoxicillin; Oxacillin = Flucloxacillin;
    nur für Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae und Proteus mirabilis: Co-Trimoxazol = Trimethoprim; Cefotaxim = Ceftazidim

Die Qualität und Validität der ARMIN-Daten ist ausführlich im ARMIN-Info „Allgemeine Informationen zu ARMIN“ beschrieben.

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Hinweis zu den Resistenzdaten für das Jahr 2019
Zum 1. Januar 2019 hat sich die Definition für die I-Kategorie für alle Labore geändert, die nach EUCAST-Kriterien für die Bewertung der in vitro gemessenen minimalen Hemmkonzentration (MHK) oder Hemmhofgrößen arbeiten.

Ab dem 1. Januar 2019 bedeutet eine als „I“ interpretierte Resistenztestung, dass ein Therapieerfolg mit diesem Antibiotikum bei Gabe einer hohen Dosis bzw. einer erhöhten Exposition des Erregers eher wahrscheinlich ist. Damit ist „I“ gleichbedeutend mit „sensibel (S) mit Dosisempfehlung“.
In der Konsequenz hat sich die Bewertung der in vitro gemessenen minimalen Hemmkonzentration (MHK) oder der Hemmhofgrößen verändert. Die in den ARMIN-Daten 2019 sichtbaren größeren Veränderungen des Anteils sensibel und intermediär bewerteter Isolate ist darauf zurückzuführen. Dies gilt insbesondere für A. baumannii, P. aeruginosa, S. maltophilia, Enterobacterales, S. pneumoniae.

Siehe auch: EUCAST definiert die Kategorie „I“ im Rahmen der Antibiotika-Resistenzbestimmung neu. Epid Bull 2019;9:81-82
Weitere Informationen und aktuelle Dosierungstabellen auf den Internetseiten des Nationalen Antibiotika-Sensitivitätstest-Komitees (NAK)

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