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Verbesserung der Öffentlichen Gesundheit durch ein besseres Verständnis der Epidemiologie nagetierübertragener Krankheiten (RoBoPub)

Projektinhalt und Ziele

Das interdisziplinäre RoBoPub-Verbundvorhaben ist darauf ausgerichtet, eine umfassende Wissensbasis über die Epidemiologie von zwei durch Nagetiere übertragene Zoonoseerreger, Hantaviren und Leptospiren, zu schaffen und die gewonnenen Erkenntnisse in Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) umzusetzen. Es handelt sich sowohl bei Hantaviren, als auch bei Bakterien der Gattung Leptospira um in Deutschland auftretende Erreger, die durch Nagetiere wie die Rötel- oder Feldmaus übertragen werden.

Die Meldezahlen der durch die Erreger hervorgerufenen Krankheitsfälle unterliegen starken regionalen und saisonalen Schwankungen, wobei die häufige Manifestation in grippeähnlichen Symptomen eine nicht zu unterschätzende Dunkelziffer an Nicht- und Fehldiagnosen vermuten lässt. Obwohl die Mehrzahl der Hantavirus- und Leptospirose-Erkrankungen mit milden klinischen Symptomen einhergeht, können auch schwere Krankheitsverläufe mit dauerhafter Nierenschädigung oder Nierenversagen auftreten und sogar mit Todesfolge.

Im Rahmen dieser synergistischen One-Health-Initiative sollen die verschiedenen Aspekte der Erregerübertagung, die Manifestation und Diagnose der humanen Erkrankung, Risikofaktoren sowie soziale Aspekte der Sensibilisierung und Risikowahrnehmung der niedergelassenen Ärzte und der Bevölkerung untersucht werden. Ziel ist es, sämtliche Erkenntnisse in eine Risikobewertung zu überführen, auf deren Basis Gefahrenkarten, Frühwarnmodule, Risikomanagementpläne und Gesundheitspläne erarbeitet werden und unter Einbezug des öffentlichen Gesundheitsdienstes an die Bevölkerung und besonders betroffene Personengruppen kommuniziert werden.

Das Projekt wird finanziell durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Förderkennziffer: 01KI1721D

Die Leitung des Projektverbundes erfolgt durch das Friedrich Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI). Die stellvertretende Leitung des Projektverbundes übernimmt das Niedersächsische Landesgesundheitsamt.

Beteiligung des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts

Als Kooperationspartner im Verbundprojekt RoBoPub übernimmt das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) das Teilvorhaben „Epidemiologie von Seroprävalenzen und Einflussfaktoren in Risikogruppen sowie Translation der Ergebnisse für den Öffentlichen Gesundheitsdienst".

Erhebungs- und Auswertungsmethoden für den 1. Arbeitsschwerpunkt

Im ersten von zwei Arbeitsschwerpunkten, die vom NLGA durchgeführt werden, sollen anhand serologischer Untersuchungen von Blutproben aus zwei Risikogruppen und einem ausgewählten Patientenkollektiv, welches in einem Hantavirus-Risikogebiet lebt, Seroprävalenzen für Hantavirus- und Leptospira-Antikörper erhoben werden. Die Untersuchungsgruppen sollen zusätzlich befragt werden, um mögliche Risikofaktoren für humane Hantavirus- und Leptospira-Infektionen zu identifizieren und das Präventionsverhalten im Hinblick auf die Infektionen zu ermitteln. Vor allem die Assoziation des Serostatus mit den Risikofaktoren sowie mit der Kenntnis und der Anwendung von Präventionsmaßnahmen stehen hierbei im Vordergrund. Hierzu werden in den Untersuchungsgruppen epidemiologische Fall-Kontrollstudien durchgeführt. Des Weiteren sollen Informationen über den Anteil asymptomatischer sowie möglicherweise symptomatischer, aber nicht korrekt diagnostizierter, Erkrankungen erhoben werden. Ein Vergleich mit eigenen Voruntersuchungen soll genutzt werden, um eine Trendentwicklung aufzuzeigen.

Zusammengefasst finden also folgende Untersuchungen statt:

· Serologische Untersuchung von Blutproben auf anti-Hantavirus-IgG und anti-Leptospira-IgG

· Zusätzliche Datenerhebung mittels Fragebögen

· Fall-Kontroll Studien in Risikogruppen

Arbeitsziele und -methoden für den 2. Arbeitsschwerpunkt

Im zweiten Arbeitsschwerpunkt sollen die gesamten durch das Konsortium gewonnen Ergebnisse genutzt werden, um für den Öffentlichen Gesundheitsdienst Maßnahmen zur Prävention nagetierübertragener Infektionen zu entwickeln. Aufbauend darauf soll ein Vorhersagemodell entwickelt werden, welches in Verbindung mit Wetter- und Umweltdaten in der Lage ist, Prognosen für das Übertragungsrisiko von Hantavirus und Leptospira spp. von Nagetieren auf den Menschen auf regionaler Ebene zu erstellen. Aus diesen Prognosen sollen konkrete Präventionsbotschaften abgeleitet und an die entsprechenden Zielgruppen weitergegeben werden. Zudem soll es möglich sein, aus dem Modell heraus zeitlich variierende Risikokarten für das Auftreten von Hantaviruserkrankungen bzw. Leptospirose, sowie Frühwarnungen zu erzeugen. Ebenfalls soll ein Risikomanagementplan entwickelt werden, in dem die relevanten Zielgruppen definiert und Informationsziele und -wege festgelegt werden.

Zusammengefasst sollen somit folgende Aufgaben bearbeitet werden:

· Integration von ÖGD-Aspekten und Validierung des statistischen Vorhersagemodells

· Erstellung von Prototypen für Risikokarten

· Generierung von Frühwarnungen

· Erstellung eines Risikomanagementplans


Bearbeitung: Dr. Johannes Dreesman (Projektleitung),

Für weitere Informationen: Kristin Schlinkmann, Christina Princk


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Logo: RoBoPub-Verbund – Verbesserung der Öffentlichen Gesundheit durch ein besseres Verständnis der Epidemiologie nagetierübertragener Krankheiten (RoBoPub)

Rötelmaus

Rötelmaus

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Christina Princk/ Kristin Schlinkmann

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