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Gemeindebezogenes Monitoring auf Erhöhungen von Krebserkrankungen in Niedersachsen

Das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN) führt seit Anfang 2014 in einer Pilotphase ein gemeindebezogenes Monitoring durch. Das Land Niedersachsen möchte damit frühzeitig Häufungen von Krebserkrankungen aufdecken. Aktuell wird dieses Verfahren in einer Pilotphase erprobt. Dabei wurden die zu beobachtenden Krebserkrankungen zunächst auf drei Diagnosen beschränkt, die vergleichsweise häufig im Umweltzusammenhang diskutiert werden und keinen bekannten Verzerrungen in der Erhebung unterliegen:

  • Akute myeloische Leukämien (ICD-10: C92.0)
  • Nierenzellkarzinome (ICD-10: C64)
  • Mesotheliome (ICD-10: C45)

Grundlage des Monitorings sind die Daten zu Krebsneuerkrankungen auf Ebene der Gemeinden Niedersachsens. Kleinere Gemeinden werden mit Nachbargemeinden desselben Kreises zu 'regionalen Beobachtungseinheiten' mit mindestens 5.000 Einwohnern zusammengefasst (siehe Abbildung rechts).

Die Beschränkung auf drei Diagnosen wurde vorgenommen, weil ein uneingeschränktes Suchverfahren eine Vielzahl von regionalen Häufungen aufdecken würde, die durch verschiedene Ursachen bedingt sein können. Die Häufungen können

  • systematisch bedingt sein (z. B. durch Unterschiede im Meldeverhalten),
  • durch regional unterschiedliche Diagnostik, z.B. im Rahmen von Früherkennungsmaßnahmen, hervorgerufen werden
  • durch ungleichmäßige Verteilung individueller Risikofaktoren entstehen (z. B. „Lebensstil"-Faktoren oder genetische Risiken),
  • durch umwelt- oder arbeitsplatzassoziierte Faktoren bedingt sein oder auch
  • rein zufällig, d.h. ohne gemeinsame Ursache der Erkrankungen, auftreten.

Bei der Konzeption des Monitorings bedurfte es einer sorgfältigen Abwägung zwischen dem Nutzen eines frühzeitigen Erkennens und dem potentiellen Schaden z. B. durch eine Beunruhigung der Bevölkerung. Insbesondere bei zufällig auftretenden Krebshäufungen würde der Schaden den Nutzen überwiegen. Darüber hinaus ist zu betonen, dass das Monitoring regionale Auffälligkeiten erkennen, aber keine Erklärungen für diese Häufungen liefern kann. Diese müssen Gegenstand separater Untersuchungen sein, die in kommunaler Verantwortung liegen. Daher informiert das EKN bei Auffälligkeiten die zuständige Gesundheitsbehörde des betroffenen Landkreises.

Eine Bürgerinformation zum gemeindebezogenen Monitoring finden sie hier; erste Berichte sind auf der Internetseite der Registerstelle des EKN eingestellt.

Beobachtungseinheiten zum gemeindebezogenen Krebsmonitoring

Beobachtungseinheiten zum gemeindebezogenen Krebsmonitoring

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Bernhilde Deitermann

Nds. Landesgesundheitsamt
Vertrauensstelle EKN
Andreaestr. 7
30159 Hannover

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