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Muttermilch-Untersuchungsprogramm des Landes Niedersachsen

Wegen guter Nachrichten eingestellt: Nach rund 10.000 Untersuchungen wurde zum Jahresanfang 2020 nach rund 20 Jahren das Muttermilch-Untersuchungsprogramm des Landes in der bisherigen Form eingestellt. Die gute Nachricht: Die Konzentrationen der relevanten und von uns bestimmten persistenten chemischen Stoffe liegen mittlerweile in einem so niedrigen Bereich, dass sie bei vielen Frauen in der Muttermilch kaum bzw. gar nicht mehr nachweisbar sind (unterhalb der Nachweisgrenze).

Die Anforderung eines Muttermilch-Paketes ist somit nicht mehr möglich.

Wir bedanken uns für das große Interesse der teilnehmenden Mütter sowie der Hebammen, Gynäkologen und Kinderärzten!
In Zukunft werden wir das Thema im Sinne von Stichproben nun auf nationaler und internationaler Ebene weiterverfolgen und werden dies über eine Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt und der WHO tun. Nähere Informationen dazu werden Sie in Zukunft auf dieser Seite dazu finden.


Welche Vorteile bietet Muttermilch?
  • Die Muttermilch ist immer und überall frisch und in der richtigen Temperatur für den Säugling verfügbar.
  • Frische Muttermilch ist besonders keimarm, daher erkranken mit Muttermilch gestillte Säuglinge viel seltener und weniger schwer an Durchfällen und Atemwegserkrankungen.
  • Muttermilch enthält zahlreiche Abwehrstoffe und bietet dem Säugling Schutz vor bakteriellen und viralen Erkrankungen.
  • Die Muttermilch hat eine für den Säugling optimale Zusammensetzung an Nährstoffen (Fette, Kohlenhydrate, Vitamine usw.), die Kuhmilch und adaptierte/teiladaptierte Milchnahrung nicht bieten.
  • Mit Muttermilch gestillte Kinder bekommen seltener Allergien.
  • Stillende Mütter erleben die Beziehung zu ihrem Säugling besonders intensiv.

Enthält die Muttermilch auch Fremdstoffe?
Rückstände von chemischen Substanzen werden heute weltweit in der Muttermilch gefunden. Die sogenannten chlorierten Kohlenwasserstoffe haben hier die größte Bedeutung. Bei vielen dieser Stoffe wurden die Gesundheits- und Umweltfolgen erst nach jahrelangem Einsatz als Pflanzenschutzmittel oder im industriellen Bereich erkannt. Die weiterer Verwendung der meisten dieser Stoffe ist in den letzten Jahren in Europa verboten worden. Bei Muttermilch-Untersuchungen, die seit 1969 durchgeführt werden, ist gegenüber der Vergangenheit bei den meisten Schadstoffen ein deutlicher Rückgang festzustellen.

Warum sind Untersuchungen der Muttermilch auf Fremdstoffe sinnvoll?
Die Untersuchungen geben Informationen über die allgemeine Belastung mit Schadstoffen, insbesondere mit Organochlorverbindungen. Sie können z. B. regionale Unterschiede (Stadt-Land) im Gehalt an Fremdstoffen aufzeigen. Die Messungen geben an, ob sich Fremdstoffe in ihrer Konzentration geändert haben oder ob sogar neue Fremdstoffe nachweisbar sind.

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