Logo Niedersächsisches Landesgesundheitsamt klar

Zurückliegende Krebsclusteruntersuchungen

Diese Berichte betreffen vor allem Untersuchungen, bei denen die Daten des EKN den notwendigen Untersuchungszeitraum nicht vollzählig abdecken konnten oder das EKN keine Inzidenzraten für das Untersuchungsgebiet angeben konnte, da dieses nicht mit einer „regionalen Beobachtungseinheit" des EKN übereinstimmte.

Cloppenburg-Stapelfeld

Aufgrund einen Anfrage des Landkreises Cloppenburg im Jahr 2006 erfolgte eine vorläufige Inzidenzerfassung des NLGA für einen Ortsteil in der Gemeinde Cloppenburg, wo von Anwohnern ein vermehrtes Auftreten von Krebserkrankungen angenommen worden war und dies mit der Nähe zu einer ehemaligen Siedlungsabfalldeponie in Cloppenburg-Stapelfeld in Verbindung gebracht wurde. Die vorläufige Evaluation führte zwar zu Hinweisen auf eine erhöhte allgemeine Krebsinzidenz in unmittelbarer räumlicher Nähe zur Deponie, doch mit der nachfolgenden medizinischen Validierung (Jahresbeginn 2008) konnten einige der zunächst vorläufigen Fälle nicht bestätigt werden, so dass nicht von einer statistisch auffälligen allgemeinen Inzdenzerhöhung gesprochen werden kann, Neben der Inzidenz wurde aber vom EKN auch die Mortalität betrachtet, bei der sich eine Erhöhung heraus stellte. In der Folge wurde im Rahmen eines Postmonitoring die Mortalität in Cloppenburg-Stapelfeld weiter beobachtet; in 2017 zeigte sich anhand der Daten jedoch, dass inzwischen auch hier nicht mehr von einer Erhöhung gesprochen werden kann.

Börde Lamstedt / Mittelstenahe

In 2006 kam der Verdacht von vermehrten Krebsfällen in Mittelstenahe bzw. in der Börde Lamstedt auf. Verdächtigt waren hier elektromagnetische Felder; die lokale Berichterstattung in den Printmedien berichtete bereits irrtümlich von stark erhöhten Krebserkrankungszahlen. Die vom NLGA 2007 initiierten Untersuchungen zu den tatsächlich aufgetretenen Krebserkrankungen zeigten keine Hinweise auf vermehrte Krebserkrankungen.

Osnabrück-Eversburg

In 2009 stand eine in einem Ortsteil von Osnabrück ansässige Eisengießerei in dem Verdacht, dass sie nicht nur zu Belästigungen bei der unmittelbar angrenzenden Wohnnachbarschaft führte, sondern überdies auch zu vermehrten Krebserkrankungen rund um die Eisengießerei. Die diesen Verdacht unterstützende Fallliste von Anwohnern führte allerdings keineswegs überdurchschnittlich viele Krebserkrankungen auf; der Erwartungswert für den 500 m - Radius um den angeschuldigten Emittenten etwa von Benzol war deutlich höher als die dokumentierte Fallzahl. Dieses Ergebnis wurde entsprechend 2009 berichtet.

Groß Schneen (Friedland)

Ende 2012 wurde über die örtliche Presse wie auch vom NDR über eine gravierende Erhöhung von Krebserkrankungen in einem Ortsteil von Groß Schneen berichtet. In Verdacht stand hier ein ortsansässiger Lackierereibetrieb. Auch hier konnte der Verdacht auf vermehrte Krebserkrankungen nicht bestätigt werden, wobei die auf den Falllisten des Anwohners aufgeführten Personen bzw. deren Angehörige eingehend befragt sowie die Todesbescheinigungen von der zuständigen kommunalen Gesundheitsbehörde durchgesehen worden waren. Entsprechend wurden 2013 die Ergebnisse zum Inzidenzbericht ebenso wie (unauffällige) Messergebnisse bei der beschuldigten Lackiererei öffentlich vorgestellt.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln