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Lufthygienische Untersuchungen in niedersächsischen Schulen

In niedersächsischen Schulen werden nach Angaben des Landesamtes für Statistik (Stand 9/99) fast 1 Millionen Schülerinnen und Schüler in ca. 4.500 Schulen von ca. 65.000 Lehrkräften unterrichtet


Um Hinweise über die Güte der Raumluft von Schul- und Klassenräumen zu erhalten, wurden in 7 Schulen Raumklima- und CO2-Messungen während des Unterrichtes durchgeführt. Die Messungen fanden in Gebäuden unterschiedlichen Alters und Typs sowie in Klassen verschiedener Altersjahrgänge und mit unterschiedlicher Belegungsdichte (Personenzahl/Raumvolumen) statt. Gemessen wurde jeweils in der Heiz- und in der Nichtheizperiode.

Die Untersuchungen wurden Ende 2002 abgeschlossen. Eine Kurzdarstellung des Projektes ist im niedersächsischen Schulverwaltungsblatt 4/2003 und "Lüftungsempfehlungen für Büro- und Unterrichtsräume", die u.a. auf dieser Arbeit aufbauen in der Ausgabe 10/2004 publiziert worden. Die genannten Publikationen können auch von dieser Seite heruntergeladen werden.

Was war das Ziel dieser Messungen?

  • Es sollte untersucht werden, ob es erkennbare Mängel in Raumluft gibt und ob diese systematisierbar sind.
  • Es wurden die Veränderungen in der Raumluftsituation im Wechsel der Jahreszeiten untersucht (Sommerperiode - Heizperiode).
  • Es sollte geklärt werden, ob das Verhältnis Raumbelegung und Raumgröße in ausreichendem Maß gewährleistet ist.
  • Luftwechselzahlen sollten aus den Kohlendioxid-Verlaufskurven bestimmt werden um Maßzahlen für die Dichtigkeit von Räumen zu erhalten.
  • Die Ergebnisse sollten dazu beitragen, Orientierungshilfen zum Lüften zu geben um die Behaglichkeit und somit auch die Leistungsfähigkeit der Schüler und der Lehrkräfte im Unterricht zu verbessern.
  • Die gewonnenen Erfahrungen über Multiplikatoren weiter vermitteln. Multiplikatoren sind vor allem die Gesundheitsämter, das NLI und interessierte Lehrer.

Welchen Nutzen haben die Schulen von den Untersuchungsergebnissen?

Für Kohlendioxid hat der Mensch keinen "Sensor"; er kann die steigenden Kohlendioxidkonzentrationen in Räumen nur hilfsweise über das Gefühl "verbrauchter Luft" registrieren. Aber auch für Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur hat der Mensch nur seine jeweilige, subjektive Wahrnehmung.

In dem hier vorgelegten Bericht wird u.a. gezeigt wie schnell sich die Luftqualität, dargestellt am Beispiel von CO2, verschlechtern kann und wie Messergebnisse verglichen werden können. Durch die Simulation von Unterrichtssituationen mit dem zur Verfügung gestellten Computer-Programm können "Was wäre wenn" - Situationen durchgespielt werden um eigene Vorstellungen von CO2-Konzentrationsverläufen bei unterschiedlichen Gegebenheiten zu erhalten.

Bei steigenden Kohlendioxidkonzentrationen in der Raumluft ist im übrigen zu erwarten, das - sofern entsprechende Quellen im Raum vorhanden sind - auch ein Anstieg von weiteren gasförmigen Verbindungen in der Raumluft zu beobachten ist. Gezieltes Lüften zum Zwecke des Austausches "verbrauchter Luft", senkt somit auch andere - möglicherweise vorhandene - Raumluftbelastungen und stellt ein einfaches und wirkunsvolles Mittel zur (Teil-)Verbesserung der schulischen Arbeitssituation dar.

Grundschule Kronsberg-Nord

Grundschule Kronsberg-Nord

Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Herbert Grams

Nds. Landesgesundheitsamt
Luft-/ Innenraumhygiene
Roesebeckstr. 4-6
30449 Hannover
Tel: 0511-4505-0

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